Azelainsäure

Azelainsäure ist eine natürlich vorkommende, gesättigte Dicarbonsäure mit einem breiten dermopharmazeutischen Wirkspektrum über mehrere Indikationsbereiche hinweg. Bei Akne vulgaris wirkt sie antibakteriell gegen Cutibacterium acnes, hemmt Entzündungen und normalisiert die Verhornung im Follikelgang. Bei Hyperpigmentierungen (wie postinflammatorischer Hyperpigmentierung und Melasma) hemmt sie selektiv das Schlüsselenzym Tyrosinase in hyperaktiven Melanozyten, ohne gesunde Pigmentzellen aufzuhellen, was sie besonders für dunklere Hauttypen (Fitzpatrick IV–VI) prädestiniert. Bei papulopustulöser Rosazea blockiert sie über die Hemmung des Enzyms Kallikrein-5 die Bildung des entzündungsfördernden Peptids Kathelizidin und reduziert so gezielt Rötungen, Papeln und Pusteln.
Es gibt unterschiedliche verschreibungspflichtige Arzneimittel mit Azelainsäure: ein 15%-iges Hydrogel mit hoher Wirkstofffreisetzung für ölige Haut und Rosazea sowie eine reichhaltigere 20%-ige Creme für normale bis trockene Haut bei Akne vulgaris oder Melasma. Darüber hinaus sind Kosmetika mit Konzentrationen bis zu ca. 10 % erhältlich. Zu Beginn der Anwendung kann unmittelbar nach dem Auftragen ein harmloses, vorübergehendes Kribbeln oder Brennen auftreten. Dank minimaler systemischer Resorption und hoher Verträglichkeit gilt Azelainsäure als sicheres Mittel der ersten Wahl zur Behandlung von Akne, Rosazea und Pigmentstörungen während der gesamten Schwangerschaft und Stillzeit.