Die Feldkanzerisierung beschreibt das pathophysiologische Konzept, dass in einer chronisch sonnengeschädigten Hautregion nicht nur isolierte, sichtbare Krebsvorstufen vorliegen, sondern das gesamte anatomische Areal mikroskopisch und genetisch verändert ist. Veranschaulicht wird dies häufig durch das Bild eines Eisbergs: Einzelne tast- oder sichtbare aktinische Keratosen stellen lediglich die „Spitze des Eisbergs“ dar. Der weitaus größere Teil besteht aus subklinischen, mit dem bloßen Auge noch nicht erkennbaren Zellatypien im umgebenden Gewebe.
Die Ursache liegt in einer jahrzehntelangen, wiederholten UV-Bestrahlung, die das Erbgut der Keratinozyten dauerhaft schädigt. Manchmal auch viele Jahre zurückliegend. Dabei kommt es zu bestimmten Mutationendie verhindern, dass fehlerhafte Zellen repariert oder rechtzeitig zerstört werden. Fällt dieser zelluläre Schutzmechanismus aus, beginnen sich die genetisch veränderten Zellen ungehindert zu vermehren und verdrängen das gesunde Gewebe. So entsteht über viele Jahre ein zusammenhängender Bereich aus vorgeschädigten Zellen über ein ganzes Hautareal.
Aus diesem Phänomen ergibt sich die Notwendigkeit, nicht nur einzelne sichtbare Herde punktuell abzutragen, sondern das gesamte betroffene Areal großflächig zu behandeln, da oft bereits angelegte Hautveränderungen noch nicht sichtbar sind (Spitze des Eisberges).
Weitere Informationen zur feldgerichteten Therapie sowie zur Prävention siehe Stichwort: Aktinische Keratose.