Die Hautbarriere ist ein hochkomplexes System, das den Organismus vor transepidermalem Wasserverlust (TEWL) schützt und das Eindringen von Schadstoffen, Allergenen und Mikroorganismen verhindert. Strukturell folgt sie dem Ziegelstein- und Mörtel-Modell nach dem Dermatologen Peter Elias: Korneozyten bilden das Gerüst, zusammengehalten durch Desmosomen, während die interzelluläre Lipidschicht, bestehend aus Ceramiden, Cholesterin und freien Fettsäuren, eine geordnete Lamellarstruktur bildet, die maßgeblich den TEWL reguliert. Diese Lipide werden über Lamellar-Körper aus den Keratinozyten freigesetzt. Ergänzend spielt Filaggrin eine zentrale Rolle, indem es Keratin-Filamente aggregiert, den Cornified Envelope stabilisiert und Ausgangssubstanz für Natural Moisturizing Factors (NMF) ist, die den Feuchtigkeitsgehalt der Hornschicht aufrechterhalten. Maßgeblich ergänzt wird dieses System durch den Hauttalg, den sauren Haut-pH sowie das Hautmikrobiom, das zusammen eine protektive Funktion Einflüssen wie pathogenen Keimen übernimmt.
Barrieredefekte entstehen durch ein Zusammenspiel aus genetischen Faktoren, Umwelteinflüssen, Mikrobiom-Dysbalancen und externen Noxen wie zum Beispiel Detergenzien, die Lipide aus der Lamellarstruktur herauswaschen können. Ein Filaggrin-Mangel, wie er bei Neurodermitis durch eine Loss-of-function-Mutation vorliegen kann, beeinträchtigt sowohl die strukturelle Barriereintegrität als auch die NMF-Bildung. Eine gestörte Hautbarriere führt entsprechend zu erhöhtem TEWL, Austrocknung, potenziellem Eindringen von Keimen und Reizstoffen und in Folge zu Juckreiz und ggf. zu einer Entzündungsreaktion. Eine konsequente Hautpflege mit Wirkstoffen wie Ceramiden, Lipiden und NMF-Komponenten kann die Barrierefunktion gezielt schützen, stärken oder sogar wiederherstellen.