Parahydroxbenzoesäurederivate – kurz Parabene – werden in Kosmetika als Konservierungsstoffe eingesetzt, um die Vermehrung von Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen zu verhindern. Eine zuverlässige Konservierung ist wichtig, weil vorwiegend wasserhaltige Produkte einen idealen Nährboden für Mikroorganismen bilden und damit eine Verkeimung zu Infektionen führen kann. Parabene gehören zu den am besten untersuchten Konservierungsstoffen, können aber, wie auch andere Konservierungsstoffe, Kontaktallergien oder Hautreizungen auslösen. Es handelt sich bei Parabenen nicht um einen einzelnen Stoff, sondern um eine chemische Gruppe: kurzkettige Vertreter wie Methyl- und Ethylparaben gelten als gut verträglich, langkettige Vertreter wie Propyl- und Butylparaben sind stärker wirksam und strenger reguliert. Einige Parabene sind in der EU verboten, da Daten für eine sichere Bewertung fehlen.
In der Kritik stehen Parabene wegen ihrer schwachen östrogenähnlichen Wirkung, die jedoch um ein Vielfaches geringer ist als die des körpereigenen Östrogens. Der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit (SCCS: Scientific Committee on Consumer Safety) der EU-Kommission hat die zugelassenen Parabene bei Einhaltung der gesetzlichen Höchstkonzentrationen als sicher eingestuft. Für sensible Anwendungen wie Leave-on-Produkte für Kleinkinder gelten strengere Vorgaben. Viele Hersteller setzen dennoch auf Alternativen zur Konservierung. „Parabenfrei“ bedeutet aber nicht automatisch verträglicher oder sicherer, da manche Alternativen weniger gut untersucht sind und/oder ebenfalls Allergien oder Reizungen auslösen können.