Die Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die etwa 1–2 % der Weltbevölkerung betrifft und zu depigmentierten Hautarealen führt. Zugrunde liegt eine autoreaktive Schädigung der pigmentbildenden Melanozyten, vermittelt durch CD8+-T-Zellen über IFN-γ und den JAK-STAT-Signalweg. Charakteristisch sind scharf begrenzte, weiße Flecken unterschiedlichen Ausbreitungsgrads. Es werden 3 Subtypen unterschieden. Während beim segmentalen Subtyp typischerweise nur Regionen einer Körperhälfte betroffen ist, tritt der nichtsegmentale Subtyp beidseits an Akren und Gesicht oder symmetrisch am ganzen Körper auf. Die 3. Form ist ein Mischtyp beider Formen. Die einzige zugelassene Therapieoption bei Erwachsenen und bald auch Kindern für den nichtsegmentalen Subtyp mit Gesichtsbeteiligung ist der topische Januskinaseinhibitor Ruxolitinib. Weitere Behandlungsoptionen wie topische Kortikosteroide oder topische Calcineurin-Inhibitoren wurden früher off-label eingesetzt. Bei akuter, rasch fortschreitender Vitiligo ist die orale Cortison-Minipulstherapie eine Therapieoption — dabei wird hochdosiertes orales Kortison nur an zwei aufeinanderfolgenden Tagen pro Woche über einen Zeitraum von 3 bis 6 Monaten eingenommen oder intravenös verabreicht, um das Fortschreiten zu stoppen und gleichzeitig systemische Nebenwirkungen zu minimieren. Ausreichender Sonnenschutz der depigmentierten Haut ist essenziell, da diese ohne UV-schützende Melanozyten deutlich sonnenbrandgefährdeter ist. Zudem ist die häufig hohe psychosoziale Belastung der Betroffenen gerade durch den Befall sichtbarer Areale oder im Genitalbereich nicht zu vernachlässigen.