GD - Online  W. Pittermann: Vitamin E in Kosmetika
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Vitamin E als bioaktiver Wirkstoff in Kosmetika

Dr. Wolfgang Pittermann, Henkel KGaA, Düsseldorf

In der kosmetischen Produktentwicklung hat sich ein bedeutender Wandel vollzogen, denn zunehmend werden neben herkömmlichen Inhaltsstoffen Vitamine und andere bioaktive Wirkstoffe eingesetzt.

Ursächlich für diese Änderung sind neuere Kenntnisse des "Stress-Umfeldes", dem die Haut als größtes Organ des Menschen ausgesetzt ist. Einerseits sind es die Umwelteinflüsse wie z.B. UV-Lichteinstrahlung, andererseits eine mögliche Unterversorgung mit bestimmten Vitaminen, u.a. durch den Einfluss neuer Lebensgewohnheiten. Auch verändert das Interesse für die gemeinsamen Wurzeln von Gesundheit, Ernährung und Körperpflege die Kundenerwartung hinsichtlich der Leistungsmerkmale kosmetischer Produkte. Diese Entwicklung hat die Bedeutung der dekorativen Kosmetik vorübergehend in den Hintergrund gedrängt. Nunmehr stehen der Schutz und die Vorbeuge gegen umweltbedingte Schadwirkungen und biologische Alterungsvorgänge sowie die mögliche Reparation oder Regeneration unwillkommener Veränderungen der Haut im Vordergrund.

Den neuen Anforderungen wird z.B. durch den Einsatz von Vitaminen Rechnung getragen. Ein Zielbereich ist dabei der oxidative Stress, d.h. die Folgen der Entstehung von reaktiven Sauerstoffspezies in der Haut. Was im normalen Alltag physiologisch metabolisiert wird, kann unter besonderen Stressbedingungen mangels ausreichenden Schutzes durch enzymatische und nichtenzymatische Mechanismen zu pathophysiologischen Entgleisungen führen. Die Vitamine C und E sind nichtenzymatische Bestandteile des körpereigenen Schutzsystems. Während Vitamin C das wichtigste wasserlösliche Antioxidans ist, gehört Vitamin E zur Gruppe der lipidlöslichen Radikalfänger, lokalisiert in der Zellmembran.

Neben dem UV-Schutz wirkt topische Vitamin E-Applikation positiv auf Hautglätte und Hautfeuchtigkeit. Beide Parameter sind eng mit der Funktionstüchtigkeit der Hautbarriere verbunden. Sie zu erhalten, zu verstärken oder zu regenerieren, muss das Ziel jeder nachhaltigen Hautpflege sein.

Die Voraussetzung für die Wirkmöglichkeit von Vitamin E ist dessen Freisetzung aus dem Körperpflegeprodukt. Dabei sind komplexe Emulsionen einfachen Applikationen auf Ölbasis trotz gleicher initialer Einsatzkonzentrationen wegen der universalen Löslichkeitsbedingungen und der höheren effektiven Konzentration in der Ölphase vorzuziehen. Unter Leave-on-Bedingungen penetriert Vitamin E in einem höheren Grad und schneller aus W/O- als aus O/W-Emulsionen. Auch aus tensidischen Produkten, wie z.B. Duschpräparaten, wird Vitamin E unter Rinse-off-Bedingung oberflächlich an die Hornschicht abgegeben.

Die topische Applikation Vitamin E-haltiger Kosmetika stärkt demnach den von außen nach innen gerichteten, wirksamen Schutzschirm der Haut.

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