Camouflage bezeichnet stark deckende und haftfeste dermokosmetische Spezialzubereitungen zur optischen Korrektur sichtbarer Hautveränderungen. Während klassisches Make-up meist einen Pigmentanteil von 10 bis 15 % aufweist, enthalten Camouflage-Präparate bis zu 55 % anorganische Pigmente (vor allem Titandioxid, Eisenoxide und Talkum) in einer stark lipophilen Wachs-Öl-Matrix. Durch diese hohe Pigmentdichte bietet Camouflage neben maximaler Deckkraft einen ausgeprägten physikalischen Breitbandschutz gegen UV-Strahlung und hochenergetisches sichtbares Licht (HEV/Blue Light), was insbesondere bei lichtprovozierten Pigmentstörungen von hohem therapeutischem Nutzen ist.
Die medizinische Camouflage dient vorrangig dem unauffälligen Kaschieren von vaskulären Läsionen (z. B. Naevus flammeus, Rosazea, Teleangiektasien), Pigmentstörungen (z. B. Vitiligo, Melasma, postinflammatorische Hyperpigmentierungen), Narben oder postoperativen Hämatomen. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Stigmatisierung und psychosozialem Leidensdruck. Das Wirkprinzip nutzt die optische Neutralisation durch Komplementärfarben: grünliche Nuancen gleichen Erytheme aus, gelblich-orange Töne neutralisieren bläuliche Verfärbungen und hautfarbene Nuancen gleichen das Areal an die umgebende gesunde Haut an.
Auf eine abgestimmte Basispflege wird die Camouflage partiell aufgetupft und an den Rändern sorgfältig verblendet. Ein mikrofeiner Fixierpuder stabilisiert die Lipidmatrix und verleiht dem Auftrag Wisch-, Schweiß- und Wasserfestigkeit. Aufgrund der haftenden Formulierung erfordert das Entfernen eine adäquate Reinigung: milde Reinigungsöle oder -balsame lösen die Pigmente schonend, ohne die Hautbarriere durch mechanisches Reiben zu strapazieren. Die individuelle Farbtonabstimmung und Anwendungsschulung erfolgt idealerweise durch geschultes pharmazeutisches oder dermatologisches Fachpersonal.