Dermokosmetik

Die Dermokosmetik ist ein wissenschaftlich fundiertes Teilgebiet der Kosmetologie, das sich mit kosmetischen Mitteln (Dermokosmetika) befasst, die gezielt bei speziellen Hautzuständen sowie zur unterstützenden Vorbeugung und Begleitung von Hauterkrankungen eingesetzt werden. Rechtlich unterliegen Dermokosmetika der europäischen Kosmetikverordnung (VO (EG) Nr. 1223/2009). Sie sind als Stoffe oder Gemische definiert, die äußerlich angewendet werden, um die Haut zu reinigen, zu schützen oder in gutem Zustand zu erhalten. Im Gegensatz zu Arzneimitteln entfalten sie keine primär pharmakologische, immunologische oder metabolische Hauptwirkung, unterstützen jedoch nachweislich physiologische Hautfunktionen wie die Barriereintegrität und den Feuchtigkeitshaushalt. Die EU-Kosmetikverordnung setzt hierbei den verbindlichen gesetzlichen Mindestrahmen durch Sicherheitsbewertungen, Verbotslisten für bedenkliche Inhaltsstoffe und strenge Kennzeichnungspflichten. Da der Begriff „Dermokosmetik“ gesetzlich nicht gesondert geschützt ist, fordert die Fachgruppe Dermokosmetik der Gesellschaft für Dermopharmazie e.V. (GD) in ihren Leitlinien darüber hinausgehende Qualitätskriterien: Dermokosmetika sollten sich durch spezifische Anforderungen an die Zusammensetzung, eine besonders hohe Verträglichkeit bei empfindlicher Haut sowie anwendungsbezogene Wirksamkeitsnachweise auszeichnen. Der Stellenwert einer solchen fundierten Begleitpflege ist in der Fachwelt anerkannt und in offiziellen medizinischen Behandlungsleitlinien für chronisch-entzündliche Erkrankungen wie Neurodermitis/ Atopisches Ekzem, Rosazea, Akne vulgaris und Psoriasis, ist die dermokosmetische Basis- und Begleitpflege als unverzichtbarer Therapiebaustein bereits verankert. Da die Grenzen zwischen alltäglicher Hautpflege, Dermokosmetik und medizinischer Therapie im Alltag zunehmend verschwimmen und Konsumenten in sozialen Medien mit einer Fülle wissenschaftlich unbelegter Aussagen konfrontiert werden, gewinnt eine fundierte, evidenzbasierte, professionelle Beratung durch Hautärzte, Apotheker und geschultes pharmazeutisches Fachpersonal an Bedeutung.