Melasma

Melasma, auch Chloasma oder manchmal umgangssprachlich „Schwangerschaftsmaske“ (Chloasma gravidarum) genannt, ist eine erworbene, chronisch-rezidivierende Pigmentstörung. Sie äußert sich durch meist scharf begrenzte, oftsymmetrische, hell- bis dunkelbraune Flecken vorwiegend an sonnenexponierten Gesichtsarealen wie Wangen, Stirn, Schläfen, Oberlippe und Kinn. Betroffen sind zu 90 bis 95 % Frauen, insbesondere mit dunkleren Hauttypen (Fitzpatrick-Typen III–VI) sowie während hormoneller Umstellungsphasen wie Schwangerschaft, Einnahme oraler Kontrazeptiva oder Perimenopause. Pathophysiologisch wird Melasma heute nicht mehr als isolierte Melanozytenhyperaktivität verstanden, sondern als multifaktorieller Prozess mit einer dermalen Gefäß- und Entzündungskomponente: Chronische UV- und Lichteinwirkung stimulieren in Kombination mit Östrogenen und vaskulären Wachstumsfaktoren die Melaninproduktion. Je nach Lage des Pigments unterscheidet man die oberflächliche epidermale Form (sehr gutes Therapieansprechen), das tiefer liegende dermale Melasma sowie Mischformen.
Ein zentraler Triggerfaktor ist neben der UV-A- und UV-B-Strahlung das hochenergetische blaue Sonnenlicht (HEV/Blue Light), das über sogenannte zelluläre Lichtrezeptoreneine langanhaltende Hyperpigmentierung auslösen. Zudem kann reine häufige Wärmeeinwirkung (z. B. durch Infrarotstrahlung, Sauna oder heiße Umgebungen), über Gefäßerweiterungen und Entzündungsreize die Pigmentbildung stimulieren. Ein getönter Breitband-Sonnenschutz mit mineralischen Farbpigmenten (insbesondere Eisenoxiden) ist herkömmlichen, ungetönten UV-Filtern deutlich überlegen, da nur diese Pigmente das sichtbare Licht effektiv abschirmen. Ohne konsequenten, ganzjährigen Lichtschutz ist kein dauerhafter Behandlungserfolg möglich, da bereits minimale Strahlendosen die Pigmentbildung reaktivieren.
Das therapeutische Spektrum reicht von der Dermokosmetik bis zu verschreibungspflichtigen Arzneistoffen. In der frei verkäuflichen Hautpflege haben sich selektive Tyrosinasehemmer (wie Thiamidol), Azelainsäure, Niacinamid (hemmt den Pigmenttransfer) sowie topische niedrigdosierte Tranexamsäure, neben Cammouflage und intensivem Lichtschutz, bewährt