Teil 1: Abstracts 2002 Tagungshauptprogramm

Prof. Dr. med. Erwin Schöpf

Biotechnologie und Tissue Engineering in der Dermatologie:
Ein Weg in die Zukunft?

Universitäts-Hautklinik, Freiburg

Bei der Suche nach neuen und besseren Behandlungsmöglichkeiten von Krankheiten hat sich die Biotechnologie für den Gesundheitsmarkt in den letzten Jahren zu einer unverzichtbaren Schlüsseltechnologie entwickelt. Dies ist möglich geworden durch die großartigen Fortschritte, insbesondere im Bereich der Molekularbiologie. Neben der Wirkstoffentwicklung mit biotechnologischen Methoden wird zunehmend der Bereich TissueEngineering, d.h. das Züchten eines lebenden Gewebeersatzes mit der Aussicht, Gewebedefekte durch vollwertige und lebende Gewebekonstrukte zu rekonstruieren, als ein zukünftig wichtiger Bereich der Biotechnologie angesehen. TissueEngineering ist damit ein neues interdisziplinäres biomedizinisches Forschungsgebiet, welches Material- und Biowissenschaften mit der klinischen Forschung zur Entwicklung lebender Substitute von Gewebedefekten vereinigt. Dadurch können die bekannten Nachteile des allogenen Gewebeersatzes durch Verwendung autologer Zellen mit fehlender immunologischer Abwehrreaktion und Infektübertragung vermieden werden. Darüber hinaus erlaubt diese Technologie eine Vermehrung der autologen Zellen ex vivo unter Minimierung der Biopsiemengen.

Schon im Jahre 1979 wurde von Greenetal eine autologe Keratinozytentransplantation zur Behandlung von Verbrennungswunden eingesetzt. Inzwischen gibt es international mehrere Firmen, die unter GMP-Bedingungen autologe Keratinozytenkultivierung anbieten, insbesondere zur Behandlung von chronischen Wunden. Darüber hinaus bietet eine Firma, die als Start-up Company des Universitätsklinikums Freiburg vor wenigen Jahren gegründet wurde, auch die Möglichkeit der Vitiligo-Behandlung mit autologen Melanozytentransplantationen an. Über die klinische Anwendung in der Dermatologie hinaus, sind dreidimensionale autologe Knorpel- und Knochenkonstrukte auf der Basis bioresorbierbarer Materialien wie Polymilchsäurezucker in der Entwicklung. Allerdings sind unter GMP-Bedingungen gezüchtete autologe Zellpräparationen bei älteren Menschen nur schwer zu erhalten. Die Kultivierungsdauer ist relativ lang (etwa drei Wochen) und nicht zuletzt ist die Technologie sehr teuer. TissueEngineering, z.B. bei chronischen Wunden, ist daher aufgrund pharmakoökonomischer Studien nur bei bestimmten Indikationen sinnvoll. Von großer Bedeutung werden in der Zukunft die Ausnutzung der Pluripotenz von Stammzellen oder gewebetypischer Vorläuferzellen sein. Zusammenfassend ist festzustellen, dass auch in der Dermatologie das TissueEngineering eine zunehmende Bedeutung erlangen wird, nicht zuletzt auch durch die Möglichkeit, Gendefekte durch Transfektion gesunder Gene in autologe Zellen der Patienten zu kompensieren, wie dies am Beispiel der Epidermolysis bullosa hereditaria denkbar wäre.

Prof. Dr. med. Erwin Schöpf

Foto: Gesellschaft für Dermopharmazie
Foto: Gesellschaft für Dermopharmazie


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Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Erhardt Proksch*

Dermatopharmakologie von Dexpanthenol

Universitäts-Hautklinik, Kiel

Dexpanthenol-haltige Cremes und Salben werden seit Jahren für die Behandlung von Läsionen (oberflächliche Wunden) der Haut und der Schleimhäute benutzt. Die Wirkungsmechanismen dieser Substanz sind aber nur zum Teil bekannt. Dexpanthenol wird im Gewebe zu Panthothensäure umgewandelt, die eine Komponente des Coenzyms A darstellt. Coenzym A katalysiert den ersten Schritt der Synthese von Fettsäuren und Sphingolipiden. Diese Lipide sind wesentliche Bestandteile der bilamellären Schichten des Stratum corneums als Permeabilitätsbarriere der Haut und auch in der Zellmembran aller Säugetierzellen enthalten.

In einer kontrollierten Studie haben wir den Einfluss einer Dexpanthenol-haltigen Salbe auf die Reparatur der gestörten Permeabilitätsbarriere, auf die Hydratation des Stratum corneums, auf die Hautrauhigkeit und auf die Entzündungen der Haut untersucht. Die Irritation wurde durch Applikation von Natriumlaurylsulfat in einer Patch-Test-Kammer über 24 Stunden induziert Danach wurde eine Dexpanthenol-haltige Salbe (Bepanthen® Salbe) auf das Vehikel (Wirkstoffgrundlage) zweimal täglich appliziert und Barrierereparatur, Hydratation, Rauhigkeit und Entzündung der Haut mit Hilfe biophysikalischer Messmethoden untersucht.

Die Messungen ergaben eine signifikant beschleunigte Reparatur der Permeabilitätsbarriere nach Anwendung der Dexpanthenol-haltigen Salbe im Vergleich zur Vehikel behandelten und zur unbehandelten Haut. Beide Präparate, Verum und Placebo, führten zu einem Anstieg der Stratum corneum-Hydratation; die Hydratation war jedoch nach Anwendung der Dexpanthenol-haltigen Salbe deutlich ausgeprägter. Beide Salben reduzierten auch die Hautrauhigkeit, aber auch hier war das Verum-Präparat überlegen. Die Dexpanthenol-haltige Salbe reduzierte signifikant die Rötung der Haut als Zeichen der Entzündung; das Vehikel beeinflusste die Entzündung nicht.

Zusammenfassend zeigen unsere Untersuchungen, dass die Behandlung mit einer Dexpanthenol-haltigen Salbe signifikant zu einer beschleunigten Reparatur der Permeabilitätsbarriere der Haut, einem Anstieg der Stratum corneum-Hydratation, einer Reduktion der Hautrauhigkeit und einer Reduktion der Entzündung führt.

*unter Mitarbeit von H.P. Nissen, Dermaconsult, Bonn-Alfter

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Erhardt Proksch

Foto: Gesellschaft für Dermopharmazie
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Foto: Gesellschaft für Dermopharmazie
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Dipl.-Ing. Martin Albrecht

Entwicklung eines neuartigen an der Hautmembranstruktur orientierten Cremepräparates zur Pflege bei trockener Haut

Kuhs GmbH & Co. KG, Leichlingen

Während der Evolution fand die Natur einen natürlichen Weg, den Körper vor der Austrocknung und so zusätzlich vor dem unkontrollierten Eindringen von exogenen Substanzen zu schützen: die Hautlipid-Barriere. Die äußerste Schicht der Epidermis, das Stratum Corneum, bildet eine Permeabilitätsbarriere, die vor der Austrocknung schützt und so das Leben an Land ermöglicht. Die Stärke und Funktion dieser Barriere werden durch eine spezifische Zusammensetzung lamellar orientierter Lipide im Intrazellularraum des Stratum Corneums charakterisiert. Diese Lipide, die in den „Outland Bodies“ des Stratum Granulosum synthetisiert werden, haben beim Übergang zum Stratum Corneum eine primär enzymatisch gesteuerte Modifikation erfahren. Es entstehen in erster Linie mittel- bis langkettige, gesättigte Fettsäuren, frei und gebunden in einer Triglyceridstruktur, verschiedene Ceramid-Typen und Cholesterol bzw. seine Derivate. Die Struktur dieser Lipide in lamellaren Schichten ist von außerordentlicher Bedeutung für die Barriere-Funktion.

Schon geringe Änderungen der Lipidbarrieren-Zusammensetzung, des pH-Werts oder eine Ladungsveränderung können die Phasenübergangstemperatur der Barrierelipide und somit deren Struktur beeinflussen. Viele topische Produkte erzeugen strukturelle Defekte, indem sie die Fluidität der Lipidbarriere erhöhen. Dieses ist der derzeit bedeutendste Faktor, welcher eine verminderte Barrierefunktion beschreibt. Unter Verwendung von anionischen, nicht-ionischen (bevorzugt kurzkettigen) Emulgatoren können die an sich lamellaren Strukturen der Lipidbarriere verändert werden. Ein Anstieg von sogenannten „hydrophilic pathways“ ist zu erwarten. Dies ist ein irreversibler Prozess. Bei einer kontinuierlichen Anwendung ist die Haut nicht in der Lage, ihre Regenerations- und Schutzfunktion zu halten.

Daher muss die Frage gestellt werden, ob der Einsatz dieser Ingredentien in topisch applizierbaren Produkten physiologisch ist. Indem die Lipidbarriere geöffnet und nicht wieder verschlossen wird, übt man einen repetetiven Stress aus, der einen degenerativen Prozess zur Folge haben kann. Eine erhöhte Sensibilität gegenüber Fremdstoffen und damit eine erhöhte Disposition für allergische Reaktionen und Ekzeme jeglicher Art ist zu erwarten.

DMS®, Derma Membrane Structure®, ist eine Cremebase, welche spezifisch für die Bedürfnisse trockener und sensibler Haut entwickelt worden ist. Sie baut sich auf spezifisch zusammengesetzten Membranlipiden auf, welche in dem Cremekonzentrat lamellare Strukturen aufweisen. Die Koexistenz von physiologischer Struktur und physiologischer Zusammensetzung ist eine wichtige Voraussetzung für ein „gesundes“ Hautbild.

Als Konsequenz sollte ein ideales, topisches Produkt primär physiologische Inhaltsstoffe, wie Triglyceride unterschiedlicher Kettenlänge, hydriertes Phosphatidylcholin, Mono- oder Diglyceride, Derivate des Cholesterols und NMF’s enthalten. Bei der Entwicklung von DMS® vermieden wir den Einsatz physiologisch bedenklicher Emulgatoren und Inhaltsstoffe, welche die Lipidbarriere stören können (Konservierungsmittel, Duftstoffe, comedogene Lipide, wie Paraffine und Farbstoffe). Mit Hilfe von Hochdrucktechnologie verwandelten wir ein zunächst fluides, primär vesikuläres System in ein rigides, primär lamellares System. Mit Hilfe von Experimenten arbeiteten wir heraus, dass die besten Ergebnisse unter Einsatz von 25 – 35 % des Cremekonzentrates zu erreichen sind. In Studien konnte der Unterschied zu herkömmlichen Systemen herausgearbeitet werden. Während eine DMS®-Basis-Formulierung ohne Zusatz von weiteren Wirkstoffen die Lipidbarriere stärkte, hatten hochwertige Moisturizing-O/W-Produkte in Langzeit einen schädigenden Effekt auf die Lipidbarriere. Dies ist vermutlich primär auf die Revesikulierungs-Kapazität der Emulgatoren zurückzuführen (Wash-out effect). DMS®-Formulierungen scheinen die Lipidbarriere durch eine Art Mosaikmodulation zu stärken. Gestörte Barrierestellen werden restrukturiert.

Seit mehreren Jahren befinden sich Produkte im Markt (z.B. Physiogel Creme der Fa. Stiefel Laboratorium GmbH), welche zeigen, dass Theorie und Praxis übereinstimmen. Gerade im Bereich der sensitiven, geschädigten Haut sind die größten Erfolge erkennbar.

Dipl.-Ing. Martin Albrecht

Foto: Gesellschaft für Dermopharmazie

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Foto: Gesellschaft für Dermopharmazie
Foto: Gesellschaft für Dermopharmazie

Prof. Dr. Claudia Valenta

Entwicklung neuer Konservierungsstoffe auf Peptid- und Polypeptid-Basis

Institut für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie der Universität Wien

Die Konservierung topischer Arzneimittel (Salben, Cremes, Gele) kann in der Praxis zu Problemen wie z.B. erhöhtes Allergisierungsrisiko oder zu Unverträglichkeiten führen (1, 2). Um einen mikrobiellen Verderb zu verhindern, muss eine Zubereitung hygienisch einwandfrei hergestellt und bei Bedarf antimikrobiell behandelt werden. Der Zusatz eines geeigneten Konservierungsmittels (KM) soll eine mikrobielle Kontamination während der Verwendung ausschließen. In früheren Arbeiten wurde bereits darauf hingewiesen, dass durch das zusätzliche Verdünnen von an sich ausreichend konservierten Salbengrundlagen ihre mikrobielle Stabilität nicht mehr gewährleistet ist (3, 4) und daher in diesem Fall der Apotheker verpflichtet ist, das KM zu ergänzen. Ein KM für Dermatika sollte folgende Forderungen erfüllen (5): Es sollte ein breites Wirkungsspektrum haben, nicht toxisch, nicht irritierend, nicht allergisierend sein, einen guten Verteilungskoeffizienten besitzen, so dass eine ausreichend hohe Konzentration in der Wasserphase vorliegt, über einen breiten pH-Bereich stabil sein, mit den verschiedenen Komponenten des Präparates verträglich sein und die physischen Eigenschaften wie Aussehen, Geruch und Farbe nicht verändern. Kein KM besitzt alle diese Eigenschaften, daher muss für jedes Präparat ein geeignetes oder eine Kombination aus mehreren gefunden werden.

Da die Zahl der KM für Dermatika eingeschränkt ist (6) und es ein hohes Allergisierungsrisiko gibt, erscheint es sinnvoll, nach alternativen Konservantien zu suchen. Mikroorganismen produzieren eine Vielzahl von Verbindungen, um durch diese andere Mikroorganismen am Wachstum bzw. an ihrer Vermehrung zu hindern. Bei solchen Verbindungen handelt es sich nicht nur um niedermolekulare Strukturen wie Antibiotika, sondern auch um höhermolekulare Peptide und Proteine, die eine ausgezeichnete antibakterielle und/oder antifungale Wirkung aufweisen. Aus der Gruppe solcher antimikrobiell wirkender Peptide wurde das Lantibiotikum Nisin als mögliche Alternative zu bekannten KM auf sein Wirkungsspektrum und seine Stabilität in Dermatika getestet (7).

Jedoch wirken diese Peptide vorwiegend gegen grampositive Keime und nur eingeschränkt gegen gramnegative Bakterien, die aber den Hauptteil der abzutötenden Wasserbakterien darstellen. Eine Möglichkeit, das Wirkungsspektrum zu erweitern ist die Kombination mit Chelatbildnern. Es konnte z.B. gezeigt werden, dass das Wirkungsspektrum von Nisin in einem Chitosan-EDTA-Gel auch auf die weitaus problematischeren gramnegativen Keime ausgedehnt werden kann (8).

Bei der Auswahl von Peptiden für die Austestung als mögliche KM in topischen Zubereitungen sollen folgende Kriterien herangezogen werden: Geringe bis keine Toxizität, Mindestmolekularmasse von 3000 Da, um eine Hautresorption auszuschließen (9) und die Verfügbarkeit genügend großer Mengen des Reinpeptides. Aufgrund dieser Überlegungen wurde Lysozym ausgewählt. Lysozym, ein globuläres Peptid mit einer mittleren Molekularmasse von 14 400 Da, ist gut gegen grampositive Keime wirksam. Die Wirkung beruht auf einer Spaltung der ß-1,4-glykosidischen Bindungen zwischen N-Acetylmuraminsäure und N-Acetyl-D-glucosaminresten in Peptidoglykanen wie z.B. dem Murein. Dadurch kommt es zur Bakteriolyse durch direkten Angriff auf die Zellwand grampositiver Bakterien. Lysozym wird bereits oral und i.v. gegen bakterielle Infektionen eingesetzt. Topisch wird es gegen Herpes simplex und Herpes zoster angewendet (10).

Das gegen grampositive Bakterien wirkende Lysozym wurde nun mit Verbindungen, wie Zimtaldehyd, Kaffee- oder Zimtsäure, die auch gegen gramnegative Bakterien wirksam sind, kovalent gekoppelt.
In einer erstern Versuchsanordnung wurde eine reduktive Kopplung (11) von Zimtaldehyd an die freien Aminogruppen der Lysinreste des Lysozyms vorgenommen; durch diese Modifikation wurde zwar das Wirkungsspektrum erweitert, bei der Austestung in dermalen Formulierungen als mögliche neue Konservantien konnte eine Keimzahlverminderung jedoch nicht im geforderten Ausmaß der Pharmakopoe erreicht werden (12).
Als zweite Reaktion wurde die kovalente Kopplung von Kaffeesäure bzw. Zimtsäure an Lysozym durch Ausbildung von Amidbindungen zwischen der Carboxylgruppe des Liganden und einer primären Aminogruppe am Lysozym durch eine von Carbodiimid vermittelte Reaktion durchgeführt. Es entstanden neue kovalent gebundene Kaffee- bzw. Zimtsäure/Lysozymkonjugate (13).
Die Austestung des antimikrobiellen Spektrums wurde für alle Konjugate mit Staphylococcus aureus (ATCC 6538) als Modellkeim für grampositiv und mit Escherichia coli (ATCC 8739) als Modellkeim für gramnegativ durchgeführt. Während bei den Lysozym/Kaffeesäure Konjugaten zwar die Wirkung auf gramnegative Keime verstärkt werden konnte, kam es zu einer Wirkverminderung gegen grampositive Keime. Die Lysozym/Zimtsäurekonjugate zeigten keine signifikante Erweiterung des antimikrobiellen Spektrums.
Um den Verlust der Wirkung gegen grampositive Keime der Kaffesäurekonjugate wieder auszugleichen, erschien es sinnvoll, eine Mischung von Lysozym/Kaffeesäurekonjugat mit Lysozym (1+1) auf ihre antimikrobielle Wirkung auszutesten. Diese Mischung wurde in 3 verschiedenen dermal angewendeten Hydrogelen auf ihre ausreichende Konservierung gestestet. In HPMC und Natrium-Chitosan-EDTA-Gelen war eine ausreichende Konservierung gegeben. Nur in Carbopol-Gelen war diese aufgrund von adsorptiver Bindung an das Polymersystem behindert (14).

Abschließend kann festgestellt werden, dass es sich bei Lysozym-Kaffeesäurekonjugaten um interessante neue Konservantien handelt, deren Penetration durch die Haut aufgrund ihrer hohen Molekülmasse nahezu auszuschließen ist. Ihre Wirkung hängt jedoch auch vom Vehikel ab, in dem sie eingesetzt werden. Die antimikrobielle Wirkung sollte daher immer überprüft werden, da eine Wirkverminderung aufgrund von adsorptiver Bindung an Vehikelbestandteile nicht auszuschließen ist. Durch neue biotechnologische Methoden werden immer mehr antimikrobielle Peptide in ausreichendem Ausmaß zur Verfügung stehen und daher wird ein Einsatz von KM auf Basis von Peptiden/Polypeptiden immer interessanter werden.

Literatur:
(1) Van Doorne H.: Preservation of ointments and creams. Deutsche Apotheker Zeitung 125, 800, 1985
(2) Wallhäußer K.H.: Praxis der Sterilisation Desinfektion-Konservierung 4.Ed.,p. 319, Thieme Verlag, Stuttgart 1984
(3) Bernkop-Schnürch A., Valenta C., Urban U.: Mikrobielle Stabilität von magistral hergestellten Dermatika. Sci.Pharm. 63, 65, 1995
(4) Bernkop-Schnürch A. und Valenta C.: Untersuchungen zur mikrobiellen Stabilität von magistral hergestellten Cremen und Gelen. ÖAZ 49, 926, 1995
(5) Croshaw B.: Preservatives for cosmetics and toiletries. J.Soc.Cosmet Chemists 28, 3, 1977
(6) Van Ooteghem M.: Gebrauch von Konservierungsmitteln in Dermatica. Pharmazie 39, 621, 1984
(7) Valenta C., Bernkop-Schnürch A. und Teltscher Ch.: Nisin, ein potentielles Konservierungsmittel in topischen Zubereitungen. Pharmazie 51, 119, 1996
(8) Valenta C.; Christen B., Bernkop-Schnürch A.: Chitosan-EDTA Conjugate: A Novel Polymer for Topical used Gels. J.Pharm.Pharmacol. 50, 1-8, 1998
(9) Bernkop-Schnürch A., Valenta C., Gatterwe V.: In vitro-skin permeation of the lantibiotic nisin. Eur.J.Pharm.Biopharm. 42, 336, 1996
(10) Morant J., Ruppaner H., (Ed): Arzneimittelkompendium Schweiz, Documed Basel 1995
(11) Means, G.E., Feeny, R. E.: Reductive Alkylation of Proteins. Analytical Biochemistry. 224, 1-16, 1995
(12) Valenta C., Bernkop-Schnürch A., Schwartz M.: Modification of lysozyme with cinnamaldehyde: A strategy for constructing novel preservatives for dermatics. Int.J.Pharm. 148, 131-137, 1997
(13) Bernkop-Schnürch A., Krist S., Vehabovic M., Valenta C.: Synthesis and Evaluation of lysozyme derivatives exhibiting an enhanced antimicrobial action. Eur.J.Pharm.Sci. 6, 301-306, 1998
(14) Valenta C., Schwarz E., Bernkop-Schnürch A.: Lysozyme-Caffeic acid conjugates: Possible novel preservatives for dermal formulations. Int.J.Pharm. 174, 125-132, 1998

Prof. Dr. Claudia Valenta

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Priv.-Doz. Dr. med. Klaus-P. Wilhelm

Experimentelle Absicherung von Wirkansprüchen bei Kosmetika

proDERM Institut für Angewandte Dermatologische Forschung GmbH, Schenefeld

Kosmetika sind zur Reinigung und Pflege der Haut bestimmt. Die häufig gestellte Frage ‚dürfen Kosmetika wirken?‘ kann eindeutig mit ‚ja‘ beantwortet werden.

Moderne Kosmetik verfügt über vielfältige Wirkungen. Sofern diese Wirkungen werblich für das Produkt genutzt werden, müssen diese durch geeignete Untersuchungen nachgewiesen werden. Wenngleich manche heute gemachten blumigen Auslobungen jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehren, gibt es für zahlreiche Wirkungen von Kosmetika geeignete Untersuchungsverfahren zur wissenschaftlichen Absicherung.

Zu diesen nachweisbaren Wirkversprechen gehören u. a.:

  • Hautfeuchtigkeitsanreicherung
  • Glättung, Straffung der Haut
  • Faltenverminderung
  • Durchblutungssteigerung
  • Schweißreduktion
  • Sonnenschutz
Im Referat werden die Untersuchungsmethoden vorgestellt und Grenzen bzw. Möglichkeiten der genannten Untersuchungsverfahren aufgezeigt.

Priv.-Doz. Dr. med. Klaus-P. Wilhelm

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Dr. med. Frank Rippke

Freie Radikale und Hautalterung:
Relevanz des täglichen antioxidativen Lichtschutzes

Beiersdorf AG, Hamburg

UV-Exposition kann an der menschlichen Haut zu einer Reihe akuter und chronischer Schäden wie Sonnenbrand, Photodermatosen und vorzeitiger Hautalterung führen, bei denen die Bildung freier Radikale eine wichtige Rolle spielt. Diese hochreaktiven Sauerstoffspezies sind für eine direkte Schädigung von Lipiden, Proteinen und DNS ebenso verantwortlich wie für die Störung intrazellulärer Signaltransduktionswege. Da auch suberythematogene UV-Dosen bereits die Bildung freier Radikale induzieren und den endogenen Antioxidantienpool signifikant vermindern können (1), finden Radikal-fangende Antioxidantien zunehmende Verwendung als aktive Wirkstoffe sowohl in Sonnenschutzmitteln als auch Gesichtspflegeprodukten für den täglichen Lichtschutz.

Zahlreiche antioxidative Substanzen werden seit Jahren in Hautpflegeformulierungen zum Schutz der Haut vor oxidativen Schäden verwendet, insbesondere Ester der Vitamine E und C sowie Betacarotin. Erst vor kurzem haben sich die Flavonoide, eine Familie chemischer Substanzen botanischer Herkunft mit ausgeprägten antioxidativen Eigenschaften, als effektive kosmetische Wirkstoffe herausgestellt; so haben bestimmte Extrakte des Grünen Tees einige wissenschaftliche und öffentliche Aufmerksamkeit erregt. Für eine definierte Monosubstanz, alpha-Glucosylrutin (AGR), wurde eine extrem hohe antioxidative Wirksamkeit in Screeningstudien unter Verwendung einer neuen Chemilumineszenz-Methode, der In-vivo-Radikaldetektion, ermittelt (2). Die Substanz, die aus den Blättern des Pagodenbaumes gewonnen und durch enzymatische Glykolisierung in ihrer Wasserlöslichkeit gesteigert wird, zeigte in Ex-vivo-Studien auch eine unterstützende Wirkung auf den endogenen Antioxidantienpool (3).

Zusammenfassend stellen die Flavonoide und insbesondere AGR eine vielversprechende neue Wirkstoffgruppe für dermatologische Hautpflegemittel mit nachgewiesener Schutzwirkung gegenüber UV-induzierten Hautschäden und einem bedeutenden Potential in der Prävention der vorzeitigen Hautalterung dar.

Literatur:

(1) Podda M., Traber M.G., Weber C., Yan L.-J., Packer L.: UV-irradiation depletes antioxidants and causes oxidative damage in a model of human skin. Free Rad. Biol. Med. 24, 55-65, 1998
(2) Stäb F., Lanzendörfer G., Schönrock U., Wenck H. : Novel antioxidants: new strategies in product stabilization and skin protection. SÖFW-Journal 10, 604-613, 1998
(3) Stäb F., Wolber R., Mundt C., Blatt T., Will K., Keyhani R., Rippke F., Max U., Schönrock H., Wenck H., Moll I., Hölzle E., Wittern K.-P.: Alpha-Glucosylrutin – an innovative antioxidant in skin protection. SÖFW-Journal 9, 2-8, 2001

Dr. med. Frank Rippke

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Dr. med. Dipl. Chem. Lothar W. Weber

Hautlipide:
Regeneration nach Applikation von antiseptischen Handwaschlösungen

Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Universitätsklinikum Ulm

Einleitung
Eine der primären Funktionen der Haut ist die Abwehr von äußeren Noxen. Die äußerste Barriere bildet dabei ein Hydrolipidfilm, der in einer Emulsion von Schweiß, Hauttalg sowie Abbauprodukten aller Hornschichtanteile besteht. Die Abwehrkraft dieses Films ist wegen zu geringer Barrierewirkung und nicht konstanter Pufferkapazität verhältnismäßig gering. Die Schutzfunktion der Haut selbst ist abhängig von ihrer Lokalisation, ihrem Alter, der Konzentration der vorhandenen Lipide und dem Gehalt von wasserbindenden Anteilen in der Hornschicht.

Ein häufiges Waschen – insbesondere der Hände – bewirkt eine Extraktion der natürlichen Schutzschicht. Dies gilt auch für die Verwendung flüssiger Händedesinfektionsmittel. Sie enthalten für ihre biologische, keimtötende Wirkung einen oder mehrere niedere Alkohole in höheren Konzentrationen. Um den Hydrolipidfilm nach mehrmaligem Händewaschen nach Kontakt mit potentiell infektiösem Patientenmaterial oder Schmutz zu erhalten bzw. wieder aufzubauen, werden den Produkten rückfettende Begleitstoffe in geringen Mengen zugegeben. Zusätzlich können Spuren von schwer flüchtigen Bestandteilen mit desinfizierender Wirkung, Geruchsstoffe sowie mehrwertige Alkohole enthalten sein. Beim Händewaschen werden bevorzugt hydrophile Stoffe, intercorneales Material sowie ablösbare Hornschuppen mit der Waschlösung weggespült. Standardisierte Methoden, mit denen diese komplexen Wechselwirkungen in der äußersten Hautbarriere der Hände zu suchen sind, finden sich bislang nicht in der Literatur.

Methode
Um oberflächenaktive Komponenten in der Abwaschlösung zu bestimmen, wird der physikalische Parameter Oberflächenspannung nach standardisierten, okklusiven Abwaschversuchen an hautgesunden Probanden herangezogen. Somit kann der Einfluss von Desinfektionsmitteln und deren Komponenten auf die Hautoberfläche der Hände nach einmaliger und wiederholter Anwendung untersucht werden.
Reines Wasser besitzt als Waschmedium bei 30 °C, entspricht der Hauttemperatur, eine herausragend hohe Oberflächenspannung von 71,1 mN/m. Niedere Alkohole, wasserlösliche Rückfetter, natürliche Emulgatoren, Tensidspuren sowie Geruchsstoffe können bereits in geringen Mengen die Oberflächenspannung des Wassers um 10 – 20 mN/m senken. Wiederholte Waschungen einer normal gesunden, unbehandelten Haut ergeben jedoch nur eine geringe Reduktion der Oberflächenspannung des benutzten Wassers (0,6 – 1,6 mN/m).

Ergebnisse
Alkoholische Händedesinfektionsmittel werden bis zur Trockenheit in die Hände eingerieben. 5, 10 und 15 Minuten später ergeben die nachfolgenden Wasserwaschungen für das jeweilige Händedesinfektionsmittel spezifische, gleichbleibende Oberflächenspannungswerte. Die reproduzierbare Oberflächenspannung in Waschlösungen mit unterschiedlicher zeitlicher Distanz zur flüssigen Händedesinfektion zeigt, dass Alkoholreste bereits 5 Minuten nach Beginn der Desinfektion keinen Einfluss auf die Oberflächenspannung der Waschlösung haben. Bei aufeinanderfolgenden Abwaschungen, 5 min, 15 min, 30 min und 60 min nach Desinfektionsbeginn, zeigt die erste Abwaschflüssigkeit jeweils die stärkste Erniedrigung der Oberflächenspannung, mit Abstand gefolgt von der zweiten Abwaschflüssigkeit, usw. Spätere Abwaschungen nähern sich bzw. erreichen die Werte des Kontrollkollektivs.

Rückfettende Substanzen in Verdünnungsreihen bzw. aus Verdunstungsrückständen beeinflussen unterschiedlich stark die Oberflächenspannung von Wasser. Werden diese Referenzwerte mit den Messwerten aus In-vivo-Abwaschungen verglichen, lässt sich die Elutionsrate des Rückfetters aus den gemessenen Oberflächenspannungen ermitteln. Bei einigen Desinfektionsmitteln konnte eine Elutionsrate der Rückfetter in der ersten Abwaschlösung zwischen 22 % und 41 % bestimmt werden, d.h. ein Teil der eingesetzten Rückfetterkombinationen verbleibt in der Haut und unterstützt damit die Hautlipidfunktion und den Hydrolipidfilm wirkungsvoll.

Schlussfolgerung
Die standardisierte Messung der Oberflächenspannung von Wasser in entsprechenden In-vitro- und In-vivo-Prüfanordnungen erlaubt es, hautschonende Eigenschaften von Händedesinfektionsmitteln auch nach wiederholtem Gebrauch praxisnah zu definieren und möglichen Optimierungsbedarf für die Beeinflussung der Hautlipide an der äußersten Grenzfläche darzustellen.

Dr. med. Dipl. Chem. Lothar W. Weber


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Dr. Karen Reimer

Indikationen herkömmlicher und neuartiger Zubereitungen mit Povidon-Iod

Mundipharma GmbH, Limburg

Das mikrobizide Wirkspektrum von Povidon (PVP) -Iod ist umfassend – auch nach kurzen Einwirkzeiten. Resistenzentwicklung gibt es im Unterschied zu Lokalantibiotika und anderen antiseptischen Wirkstoffen nicht. Von besonderer Bedeutung ist die hohe Effizienz gegenüber hochresistenten grampositiven Erregern (z.B. MRSA), gegenüber Chlamydien und Sprosspilzen ebenso wie die antivirale Aktivität gegen Herpes-, Adeno-, Entero- und HI-Viren.

So ergeben sich neben den klassischen Anwendungsgebieten, wie Haut und Händedesinfektion, Schleimhautantiseptik und Wundbehandlung, auch nutzbringende Indikationen des Wirkstoffes zur Körperhöhlenspülung, zur Anwendung am Auge und nicht zuletzt auch zur postexpositionellen Prophylaxe bei Kontamination mit infektiösem Material.

Eine pharmazeutische Innovation unter Verwendung von PVP-Iod ist die Entwicklung eines liposomalen Komplexes. Die Wassertransportfunktion, die gute Verträglichkeit und die gezielte topische Aktivität der Liposomen sind mit der mikrobiziden Effektivität des antiseptischen Wirkstoffes so verbunden, dass auf neuartige Weise die beiden Aspekte Infektionsverhütung und Förderung der Gewebereparatur erfüllt werden. Eine Reihe von präklinischen Daten, Tierversuchen und klinischen Untersuchungen bestätigt dies.

Die direkte Wundheilungsförderung durch die Verwendung des PVP-Iod-Liposomenkomplexes in einer Hydrogelformulierung ermöglicht eine verbesserte Wundbehandlung bei akuten wie chronischen Defekten.


Dr. Karen Reimer

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Prof. Dr. Christel Mueller-Goymann


Liberation und Permeation von Hydrocortison aus Arzneibuchgrundlagen

Institut für Pharmazeutische Technologie der TU Braunschweig

Hydrocortison wurde in verschiedene Grundlagen des Deutschen Arzneibuchs eingearbeitet: Hydrophile Salbe (HS), Wasserhaltige Hydrophile Salbe (WHS), Wollwachsalkoholsalbe (WS), Wasserhaltige Wollwachsalkoholsalbe (WWS) und Nichtionische Hydrophile Creme (NHC). Je nach Affinität des Hydrocortisons zur jeweiligen Grundlage variierte die Sättigungslöslichkeit des Arzneistoffs von 0,0012 % in WS bis 0,012 % in WHS und NHC (1). Damit resultierten bei einer eingearbeiteten Hydrocortison-Konzentration von 1 % in allen Fällen Suspensionszubereitungen.

Auf ärztliche Verordnung erfolgt häufig eine rezepturmäßige Verdünnung von Corticosteroid-Zubereitungen. Daher wurden 1%ige Hydrocortison-Zubereitungen in WHS, einer Creme des Typs O/W, außerdem in den Verhältnissen 1:1, 1:2 und 1:3 mit allen genannten Arzneibuchgrundlagen verdünnt. Die Beeinflussung der Sättigungslöslichkeit des Arzneistoffs durch die Verdünnung mit Grundlagen, die wasserfrei sind bzw. dem Typ W/O angehören, korrelierte mit der Freigabegeschwindigkeit des Arzneistoffs aus der resultierenden Formulierung (1). Je höher die Sättigungslöslichkeit des Hydrocortisons in der Grundlage war, umso größer war die Liberationsgeschwindigkeit. Allerdings wirkte sich eine unterschiedliche Liberationsgeschwindigkeit nicht auf die Hydrocortison-Permeation durch exzidiertes humanes Stratum corneum (EHSC) aus, da die Permeationsgeschwindigkeit als langsamster Schritt geschwindigkeitsbestimmend war (2). Eine Modifizierung der Permeation im Zuge rezepturmäßiger Verdünnung von Formulierungen war nur erfolgreich, wenn unterschiedliche Konzentrationen von Penetrationsförderern eingearbeitet waren (2).

(1) Refai H., Mueller-Goymann C.C.: Larvated incompatibilities of hydrocortisone cream preparations upon dilution with different cream bases. Pharmazie 54, 754-758, 1999
(2) Mueller-Goymann C.C., Refai H.: Dermale Rezeptur – Tuecken im Apothekenlabor. Pharm. Ztg. 145, 3025-3030, (2000)

Prof. Dr. Christel Mueller-Goymann

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Prof. Dr. Rainer H. Müller*

Nanostrukturierte Lipidcarrier (NLC):
Die neue Generation der Lipid-Nanopartikel für dermale Anwendungen

PharmaSol GmbH, Berlin

Liposomen wurden 1986 als Träger in topischen Formulierungen von dem Kosmetikhersteller Dior eingeführt. Das Produkt hieß „Capture“ und wurde als „der Sieg der Wissenschaft über die Zeit“ angekündigt. Es dauerte dann noch ein halbes Jahrzehnt bis die ersten pharmazeutischen Produkte auf der Basis von Liposomen auf den Markt kamen. Kein anderes neues topisches Trägersystem fand so eine breite Anwendung im pharmazeutischen und insbesondere kosmetischen Bereich, weder die multiplen Emulsionen (z. B. in kosmetischen Produkten von Beiersdorf) noch die Mikroemulsionen (z. B. in Contrafugin®). Besonders in der Öffentlichkeit wurde keinem anderen Trägersystem so viel Aufmerksamkeit geschenkt. Der Ausdruck Liposom ist oder war vielen Kunden ein Begriff (natürlich ohne genaueres Wissen darüber, worum es sich dabei handelt). Kurz: Liposomen können – insbesondere auf dem kosmetischen Sektor – als Erfolgsgeschichte bezeichnet werden. Seit der Einführung von Liposomen Mitte der 80er konnte jedoch kein anderes neues Trägersystem einen ähnlichen Erfolg verzeichnen. Es besteht also definitiv Bedarf für die Entwicklung eines neuen Systems.

Zu Beginn der 90er wurden die festen Lipid-Nanopartikel (SLN) entwickelt. Die Herstellung erfolgte in unserer Arbeitsgruppe mit Hilfe der Hochdruckhomogenisation, die Gruppe um Gasco in Turin/Italien verwendete eine Mikroemulsionstechnik. Im Grunde sind SLN ein attraktiver Träger für Topika. Sie bestehen aus gut verträglichen, akzeptierten Inhaltsstoffen, die aus dem Bereich der Emulsionen und Liposomen bekannt sind. Gleichzeitig haben sie im Unterschied zu Emulsionen und Liposomen eine feste Matrix, die den Schutz von chemisch labilen Stoffen ermöglicht und eine Abwandlung der Freisetzung erlaubt. Innerhalb eines halben Jahrzehnts begannen Arbeitsgruppen weltweit mit der Forschung an diesem System, hauptsächlich jedoch auf pharmazeutischem Gebiet. Trotz ihrer Vorteile sind mit SLN jedoch einige Einschränkungen verbunden, vor allem:

1. eine begrenzte Beladungskapazität
2. ein möglicher Ausschluss des Wirkstoffs
3. ein zu großer Wasseranteil der Partikeldispersion.

Als verbesserter Lipidcarrier auf der Basis von festen Lipiden wurde am Rande des neuen Jahrtausends der nanostrukturierte Lipidcarrier (NLC) entwickelt. Begründet durch die spezielle Matrixstruktur ist die Beladungskapazität erhöht, ein Arzneistoffausstoß wird verhindert, und mit Hilfe eines speziellen Produktionsverfahrens können Partikeldispersionen hergestellt werden, die über die Konsistenz einer Creme oder Paste verfügen.

Die Beladung eines festen Lipids mit einem Wirkstoff ist niedrig, wenn die Lipide eine perfekte Kristallstruktur ausbilden und so wenig Raum für die Inkorporation anderer Stoffe lassen. Der Ausstoß des inkorporierten Wirkstoffs tritt auf, wenn ein fester Lipidpartikel zunächst eine weniger geordnete Matrix besitzt, die eine höhere Wirkstoffinkorporation ermöglicht, und sich dann während der Lagerung nach und nach eine geordnetere, stabilere Kristallmodifikation ausbildet. Der höhere Ordnungsgrad und die reduzierte Anzahl an Defektstellen führt zur Verdrängung der Fremdstoffe. In NLC wurde dies verhindert, indem die Matrix unter Verwendung räumlich sehr unterschiedlicher Lipide ausgebildet wurde, das heißt indem feste Lipide mit einem bestimmten Anteil an flüssigen Lipiden (Ölen) gemischt wurden. Diese Mischung bleibt schon a priori in einem weniger geordneten Zustand, es können aber auch zusätzlich noch Stoffe zu NLC enthaltenden Cremes oder Salben gegeben werden, die die Transformation zur stabileren Lipidmodifikation unterbinden.

Wie bereits für SLN gezeigt, kann die feste Lipidmatrix der NLC labile Stoffe vor Abbau schützen. Beispiele sind Retinol und das Coenzym Q10. Neben einer Verlängerung der Haltbarkeit von Produkten kann die Herstellung kostengünstiger erfolgen, wenn bestimmte Schutzmaßnahmen (wie zum Beispiel die Anwendung von Schutzgas) nicht zum Einsatz kommen müssen.

Nach dermaler Applikation bilden NLC einen Film, der den Wasserverlust der Haut reduziert und zu erhöhter Hautfeuchtigkeit führt. Generell führt ein verminderter Wasserverlust und höhere Feuchtigkeit zu einer verstärkten Penetration von Wirkstoffen. In Abhängigkeit von der Zusammensetzung der NLC enthaltenden Creme oder Salbe kann der Verbraucher diese Filmbildung spüren. Das heißt die Neuheit des Produktes ist nicht nur auf der Verpackung deklariert, sondern kann auch vom Verbraucher selbst erfahren werden.

Der Effekt der Feuchtigkeitssteigerung durch Lipid-Nanopartikel wurde in vielen In-vitro-Tests beschrieben. Vor kurzem wurde eine Humanstudie durchgeführt, um den Effekt einer handelsüblichen Creme mit und ohne feste Lipid-Nanopartikel auf Hautfeuchtigkeit und Hautelastizität zu vergleichen. Der Zusatz von Nanopartikeln zu der Creme verbesserte ihre Wirkung. Im Grunde können Nanopartikel zu jedem bereits bestehenden Handelsprodukt zugesetzt werden. Dies ermöglicht eine Verbindung der Vorteile der neuen Nanopartikel-Technologie mit denen bereits etablierter Produkte. Eine vollständige Neuentwicklung ist nicht nötig.

Das Vorhandensein einer Technologie für die Großproduktion ist der Schlüssel für die Einführung eines Trägersystems auf dem Markt. NLC werden durch einen Hochdruck-homogenisationsprozess oder alternativ durch Kombination von Hochdruckhomogenisation und einer konventionellen Rührtechnik (z. B. um 80%ige Dispersionen herstellen). Die Technologie der Hochdruckhomogenisation findet sowohl in der Nahrungsmittel- als auch in der kosmetischen und pharmazeutischen Industrie breite Anwendung. Von den Behörden zugelassene Produktionsanlagen stehen bis zu einer Kapazität von einer Tonne pro Stunde und mehr zur Verfügung (z. B. APV Gaulin Systems, e. g. Rannie 118).

Zur Zeit konzentriert sich die steigende Aufmerksamkeit auf die Verwendung von Lipid-Nanopartikeln mit fester Matrix zur topischen Applikation von Wirkstoffen sowohl in Pharmazie als auch Kosmetik. Eine kosmetische Verwendung hat den Vorteil einer sehr kurzen Entwicklungszeit bis zur Markteinführung und natürlich weniger behördlichen Hürden. Kosmetische Anwendungen können vielfältig sein, z. B. zählt dazu auch die verzögerte Freisetzung von Parfums oder Insektenabwehrstoffen. Die weiße Färbung der festen Partikel kann unerwünschte Färbungen im Produkt überdecken (z. B. gefärbte Abbauprodukte von Wirkstoffen). Ein anderer wichtiger Punkt für die Vermarktung ist die Exklusivität der NLC-Technologie, die Patentanmeldung ist zur Zeit weltweit in der nationalen Phase (einschließlich Korea und China als Märkte der Zukunft). Es wird vorausgesagt, dass das erste topische Produkt aus dem Bereich der Kosmetik stammen wird.

*unter Mitarbeit von Sylvia Wissing (2), Magdalene Radtke (1)
(1) PharmaSol GmbH, Berlin
(2) Freie Universität Berlin, Institut für Pharmazeutische Technologie, Biopharmazie und Biotechnologie, Berlin

Prof. Dr. Rainer H. Müller

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Univ.-Prof. Dr. med. Jean Krutmann

Neue Entwicklungen im Sonnenschutz:
Actives

Direktor des Institutes für Umweltmedizinische Forschung (IUF)
an der Heinrich-Heine-Universität gGmbH, Düsseldorf

Aufgrund geänderter Lebensgewohnheiten (z.B. zunehmende Freizeit, Urlaub in sonnenreichen Gegenden) wird es immer wichtiger, die molekularen und photobiologischen Wirkungen zu untersuchen, die ultraviolette Strahlung auf die menschliche Haut auszuüben vermag. Die hierbei gewonnenen Informationen sind von eminenter Bedeutung für die Entwicklung wirksamer Sonnenschutzstrategien. Neben der ständigen qualitativen Verbesserung klassischer, UV-Filter-haltiger Sonnenschutzpräparate kommt der Entwicklung von Kombinationspräparaten, die so genannte „Actives“ oder aktive Moleküle beinhalten, eine stetig größer werdende Bedeutung zu. Diese „Actives“ können in Kombination oder zusätzlich zu UV-Filtern eingesetzt werden, um eine bessere Photoprotektion der menschlichen Haut zu erzielen. An Hand von zwei Beispielen wird diese Entwicklung illustriert werden: (i) dem Einsatz von topisch applizierbaren DNS-Reparatur-Enzymen zum Schutz der menschlichen Haut gegen UVB-induzierte Schäden sowie (ii) der Entwicklung eines neuartigen Testsystems zum Nachweis mitochondrialer DNS-Mutationen, das es erlaubt, die Wirksamkeit von „Actives“ beim Schutz der menschlichen Haut gegenüber der Lichtalterung(= dem Photoaging) zu untersuchen und neue „Actives“ zu entwickeln.

Literatur:
(1) Stege H., Roza L., Vink A.A. et al: Enzyme plus light therapy to repair DNA damage in ultraviolet-B-irradiated human skin. Proc Natl Acad Sci USA , 97, 1790-1795, 2000.
(2) Berneburg M., Plettenberg H., Krutmann J.: Photaging of human skin. Photodermatol Photoimmunol Photomed 16, 239-244, 2000
(3) Berneburg M., Grether-Beck S., Kürten V. et al: Singlet oxygen mediates the UVA-induced generation of the photoaging-associated common deletion . J Biol Chem 274, 15345-15349, 1999

Univ.-Prof. Dr. med. Jean Krutmann


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Dr. Beate Hirrlinger,

Qualitätsrisiken von dermopharmazeutischen Ausgangsstoffen:
Erythromycin als Beispiel

Aug. Hedinger GmbH & Co. KG, Stuttgart

1998 mussten Chargen von Erythromycin-Rezeptursubstanz zurückgerufen werden, da sie durch Lösungsmittelrückstände verunreinigt waren.
Alle diese Chargen waren mit Prüfzertifikaten in den Handel gekommen, welche die Arzneibuchkonformität des Erythromycins bescheinigten. Auf diese Zertifikate muss sich der Apotheker verlassen, da im Allgemeinen eine niedergelassene Apotheke nicht über die analytischen Möglichkeiten zum Nachweis solcher Verunreinigungen verfügt.
Diese Rückrufe verdeutlichen die Bedeutung, die eine geschlossene GMP-Kette für die Qualität eines Ausgangsstoffes besitzt. Diese Kette beginnt bei der Synthese eines Ausgangsstoffs und muss sich bis zu Handel, Konfektionierung und Vertrieb in die Apotheken erstrecken. Prüfzertifikate, hinter denen keine solche geschlossene Kette steht, können die Qualität eines Ausgangsstoffes nicht garantieren.

Dr. Beate Hirrlinger,


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Dr. Ulrich Schäfer

Untersuchungen zur Dermatopharmakokinetik ex vivo und in vivo
unter Berücksichtigung von Hautäquivalenten

Universität des Saarlandes, Saarbrücken

In zunehmendem Maße gewinnt die dermale und transdermale Applikation von Arzneistoffen an Bedeutung. Aus ökonomischen Gründen ist es dabei wünschenswert, zur Überprüfung der Machbarkeit und zur schnelleren Produktentwicklung In-vitro- Testsysteme zur Verfügung zu haben. Eine der Voraussetzungen für den Einsatz solcher Systeme ist jedoch eine In-vitro-/In-vivo-Korrelation.
Bei den vorgestellten In-vitro-Versuchen wurde entweder die Franz-Zelle (FD-C) oder das Saarbrücker Penetrationsmodell (SB-M) benutzt. Als Modellarzneistoff wurde Flufenaminsäure in verschiedenen Präparationen eingesetzt. Die Menge an Arzneistoff im Stratum corneum war bei beiden Modellen annähernd gleich. Für in vitro / in vivo konnte für diese Testsysteme eine lineare Korrelation aufgestellt werden (Tabelle 1a). Mittels eines spezielles Versuchsdesigns, bei dem die Haut des gleichen Probanden benutzt wurde, konnte der Arzneistofftransport in die tieferen Hautschichten sowohl in vitro als auch in vivo bestimmt werden. Hier ergab sich ebenfalls eine In-vitro-/In-vivo- Korrelation (Tabelle 1b).
Für rekonstruierte Hautäquivalente wird deren Barrierefunktion und die Lot-Lot-Variabilität gezeigt. Des Weiteren war es möglich, die Flux-Daten der rekonstruierten Hautäquivalente mit den Flux-Daten von hitzeseparierter Epidermis zu korrelieren.
Um die gefundenen Korrelationen verallgemeinern zu können, müssen Experimente mit weiteren Arzneistoffen und Formulierungen durchgeführt werden.

Tabelle 1: In-vitro/In-vivo-Korrelation
 
Regressionsgleichungen mit m = Flufenaminsäure-Menge (ng/cm²)
 
a) Stratum corneum:   
FD-C vs. in vivo:min-vitro = 4,5 x min-vivo – 4578 r = 0,990Proband (1)
 min-vitro = 7,4 x min-vivo – 7998 r = 0,892Proband (2)
SB-M vs. in vivo: min-vitro = 1,8 x min-vivo – 596r = 0,999Proband (1)
 min-vitro = 2,1 x min-vivo – 946r = 0,959Proband (2)
    
b) Tiefere Hautschichten:   
FD-C vs. in vivo: min-vitro = 1,78 x min-vivo – 300 r = 0,927 
SB-M vs. in vivo: min-vitro = 3,23 x min-vivo + 70 r = 0,909 
    

Literatur:
(1) Wagner H., Kostka K.-H., Lehr C.-M., Schaefer U.F.: Drug Distribution in Human Skin Using Two Different In Vitro Test Systems: Comparison with In Vivo Data. Pharm Res. 17, 1475-1481, 2000
(2) Wagner H., Kostka K.-H., Lehr C.-M., Schaefer U.F.: Interrelation of permeation and penetration parameters obtained from in vitro experiments with human skin and skin equivalents. J. Controlled Release 75, 283-295, 2001
(3) Zghoul N., Fuchs R., Lehr C.-M., Schaefer U.F.: Reconstructed Skin Equivalents for Assessing Percutaneous Drug Absorption from Pharmaceutical Formulations. ALTEX 18(2), 103-106, 2001
(4) Wagner H., Kostka K.-H., Lehr C.-M., Schaefer U.F.: Human Skin Penetration of Flufenamic acid: In Vivo / In Vitro Correlation (Deeper Skin Layers) for Skin Samples from the Same Subjekt. Journal Investigative Dermatology, in press, 2002


Dr. Ulrich Schäfer

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Dr. Karl-Heinz Nietsch

Wirksamkeit von Ciclopirox beim seborrhoischen Ekzem

Aventis Pharma Deutschland GmbH, Product Group Dermatology, Bad Soden

Seit der ersten Beschreibung des seborrhoischen Ekzems durch Unna wurde den massenhaft auf der Hautoberfläche vorkommenden lipohilen Hefen eine wichtige Rolle in der Entstehung und der Aufrechterhaltung dieser Erkrankung zugeschrieben. Nach heutiger Vorstellung wird eine Entzündungsreaktion auf Pityrosporum ovale als direkte Ursache für das Auftreten der seborrhoischen Dermatitis diskutiert. Es gibt widersprüchliche Daten, ob es sich um eine toxische oder eine immunologische Reaktion handelt: Auf der einen Seite produzieren Pityrosporum Hefen eine Reihe von potentiellen Irritantien, auf der anderen Seite können abgetötete Organismen der seborrhoischen Dermatitis ähnliche Hautveränderungen induzieren. Da die Erkrankung bei Patienten mit HIV-Infektionen häufiger vorkommt, werden Schwächungen des Immunsystems als weiterer möglicher pathogenetischer Faktor diskutiert.

Eine Behandlung des seborrhoischen Ekzems mit Antimykotika senkt die Anzahl der lebensfähigen Pilzelemente und vermindert parallel hierzu die klinischen Zeichen der Irritation. In verschiedenen klinischen Studien wurde die Wirksamkeit von Azol-Antimykotika bei der Behandlung des seborrhoischen Ekzems demonstriert. Für das Hydroxipyridon Ciclopirox lagen bis heute keine kontrollierten Untersuchungen in dieser Indikation vor. Deshalb wurde eine Reihe von Studien mit verschiedenen Zubereitungsformen (Gel, Creme, Shampoo) eingeleitet. Im Folgenden wird über die Ergebnisse von zwei ähnlichen Studien mit der Cremezubereitung berichtet.

Die Studien wurden als doppelblinde, randomisierte Parallelgruppenvergleiche konzipiert und in fünf Zentren in Deutschland und 14 Zentren in Australien bzw. Neuseeland durchgeführt. In Studie 1 nahmen 165 Patienten und in Studie 2 189 Patienten mit klinisch diagnostiziertem seborroischem Ekzem des Gesichts teil. Jeder Patient applizierte Ciclopirox 1 % Creme, Ketoconazol 2 % Creme oder das korrespondierende Vehikel zu Ciclopirox Creme einmal täglich (Studie 1) oder zweimal täglich (Studie 2) in einem dünnen Film über einen Zeitraum von 4 Wochen auf die betroffenen Hautareale. Gleichzeitige Anwendung von Glukokortikoiden, Antimykotika, Antihistaminika oder Teerpräparaten war nicht erlaubt. In Studie 1 wurde die Responderrate, definiert als „abgeheilt“ oder deutliche Verbesserung des Ausmaßes der Ausbreitung und des Schweregrades der Erkrankung am Ende der Behandlung, als Primärvariable gewählt. In Studie 2 wurde der Schweregrades des Krankheitsbildes mit einem globaler Severity Score (4-Punkt Score) ermittelt. Als Behandlungserfolg (Primärvariable) wurde der Rückgang im globalen Severity Score um mindestens eine Kategorie definiert. In beiden Studien wurden die typischen Symptome (Juckreiz, Brennen, Entzündungszeichen und Schuppung) zusätzlich einzeln mit einem 4-Punkt-Sore bewertet. Kontrolluntersuchungen wurden wöchentlich durchgeführt. Am Ende der Behandlung wurden Verträglichkeit und kosmetische Akzeptanz von Prüfarzt und Patient gesondert bewertet.

Ergebnisse: Die Responserate (ITT- Population) betrug in Studie 1 81,8 % in der Ciclopiroxgruppe und 59.6 % in der Vehikelgruppe. Das Ergebnis war statistisch signifikant (p = 0,013 – Fisher’s Exact Test) Die Responserate für Ketokonazol betrug 73,6 %. Statitstisch war kein Unterschied zwischen Ciclopirox und Ketokonazol zu finden (Abb. 1). Eine deskriptive Auswertung, in der „Abheilung“ als Kriterium für Response definiert, ergab folgendes Ergebnis: In der Ciclopiroxgruppe betrug die Responserate 67,3 % , in der Vehikelgruppe 33,3 %. Dieser Unterschied war statistisch signifikant (p = 0,0006). Die Responserate für Ketokonazol betrug 52,8 % (p = 0,0536). Studie 2 ergab ähnliche Ergebnisse. Die Rate für „Treatment Success“ betrug 73,9 % in der Ciclopiroxgruppe und 53,6 % in der Vehikelgruppe. Dieses Ergebnis war ebenfalls statistisch signifikant (p = 0,003 – Mantel-Haenszel Test). Nebenwirkungen, die mit der Studienmedikation in Zusammenhang standen, waren selten und betrafen ausschließlich Hauterscheinungen wie Rötung oder Brennen.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass Ciclopirox 1 % Creme wirksam ist bei der Behandlung des seborrhoischen Ekzems und gut vertragen wird. Dies wurde erstmals in zwei konfirmativen Studien nachgewiesen.

Literatur:

(1) Braun-Falco O., Plewig G., Wolff H.H.: Dermatologie und Venerologie. 4. Aufl. Springer, Berlin, Heidelberg, 1996
(2) McGrath J., Murphy G.M.: The control of seborrhoeic dermatitis and dandruff by antipityrosporal drugs. Drugs 41 (2), 178-184, 1991
(3) Hay R.J., Graham-Brown R.A.: Dandruff and seborrhoeic dermatitis: causes and management. Clin Exp Dermatol 22 (1), 3-6, 1997
(4) Peter R.U., Korting H.C.: Treatment of seborrhoeic dermatitis with ketoconazole as compared to a bland cream [in German]. Arzneimittelforschung 41 (8), 852-854, 1991
(5) Zienicke H., Korting H.C., Braun-Falco O. et al.: Comparative efficacy and safety of bifonazole 1% cream and the corresponding base preparation in the treatment of seborrhoeic dermatitis. Mycoses 36 (9-10), 325-331, 1993
(6) Nenoff P., Haustein U.F.: Effect of anti-seborrhea substances against Pityrosporum ovale in vitro [in German]. Hautarzt 45 (7), 464-467, 1994
(7) Korting H.C., Grundmann-Kollmann M.: The hydroxypyridones: a class of antimycotics of its own. Mycoses 40 (7-8), 243-247, 1997


Dr. Karl-Heinz Nietsch

Foto: Gesellschaft für Dermopharmazie
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Foto: Gesellschaft für Dermopharmazie
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Prof. Dr. med. Roland Niedner

Zulassungsrelevante Probleme bei Dermatika

Klinik für Dermatologie am Klinikum Ernst von Bergmann, Potsdam

Wenn ein neues Dermatikum zugelassen werden soll oder sich der Wirkstoff oder die Formulierung geändert hat, müssen ein Nachweis zur Wirksamkeit und Verträglichkeit sowie gegebenenfalls Daten zur Dosisfindung erbracht werden. Die Prüfung der Verträglichkeit erfolgt immer mit der Originalformulierung. Parallel dazu müssen Kontrollen mitlaufen, sowohl mit dem Referenzprodukt als auch mit der Grundlage. Eine Verträglichkeits-Testung wird mit dem klassischen Irritationspatchtest vorgenommen. Die Auswertung kann durch Ermittlung des Primären Irritations Index (PII) gemäß ISO 10993-10 vorgenommen werden, der eine Zuordnung der Verträglichkeit in bestimmte Kategorien erlaubt. Darüber hinaus kann auch die Notwendigkeit bestehen, das Sensibilisierungspotenzial an Meerschweinchen zu bestimmen, auch muss u.U. die Photosicherheit nachgewiesen werden durch entsprechende Phototirriations- oder Photoallergen-Testungen.

Wenn Äquivalenz zu einem schon bekannten Präparat nachzuweisen ist, reicht es nicht aus, nur die Unterschiede zum Placebo heraus zu arbeiten, man muss vielmehr entsprechende Untersuchungen zu Bioverfügbarkeit/Bioäquivalenz durchführen, mit Ermittlung von Daten zur Pharmakodynamik und Pharmakokinetik, mit vergleichenden klinischen Studien und gegebenenfalls auch mit In-vitro-Studien. Dermatopharmakokinetische Untersuchungen werden ergänzt durch den Nachweis der Arzneimittelliberation aus dem Externum, der Penetration durch und Aufnahme in die Haut, durch die Bestimmung der Konzentration in ihrem zeitlichen Ablauf und den steady state level. Auch die Messung der Arzneimittelelimination aus dem Stratum corneum kann notwendig werden.

Besonderheiten liegen beim Wirksamkeitsnachweis zur Wundheilung vor, da hier zum einen die Verbesserung der Wundheilung, zum andern die Verbesserung der Wundbehandlung zu bestimmen ist. Dies erfolgt durch Messung der Zeit bis zum kompletten Wundverschluss. Eine nur partielle Wundheilung reicht nicht zum Wirksamkeitsnachweis aus, sondern dient lediglich seiner Unterstützung. Messparameter zum Verfolg des Wundheilungsprozesses wären die Wundinfektion, das Debridement sowie der Schmerz zur Überprüfung der Wundsicherheit.

Es existiert eine Vielzahl von Wundmodellen, wobei die epidermale Wundheilung im Cantharidin-Wundmodell verfolgt werden kann, die subepidermale Wundheilung im Saugblasenmodell nach Kiistala, epidermale/subepidermale Wunden durch Spalthautentnahme und schließlich die alle Schichten durchsetzende full thickness wound durch Exzision. Die Messung der jeweiligen Wundgröße kann durch Planimetrie oder Diametrie vorgenommen werden, neuerdings wird zunehmend auch die Volumetrie eingesetzt.

Je nach Wirksamkeit und Rezidivfreiheit liegen die mittleren jährlichen direkten Kosten für die verschiedenen Verfahren des modernen Bioengineerings zwischen 8.000 und 20.000 Mark Unter verschiedenen Wirksamkeitsmodellen ist die Transplantation kultivierter autologer Keratinozyten gegenüber konservativen Verfahren dann kosteneffektiver, wenn die Behandlung ambulant durchgeführt werden kann und die Rezidivfreiheit diejenige der konservativen Behandlung signifikant übersteigt. Nach eigenen, präliminären Daten an 42 Patienten ist dies der Fall. Die Literaturdaten hierzu sind uneinheitlich.

Besonders einfach gelagert ist der Nachweis der Bioäquivalenz von topischen Kortikoiden, da das Ausmaß der Vasokonstriktion ein direktes Maß für die Bioverfügbarkeit/Bioäquivalenz ist. Die Datenerfassung des Vasokonstriktionstestes erfolgt auf sehr akribische Weise. Erforderlich sind drei Untersuchungsschritte, mit einem Vorversuch zur Ermittlung der ED50, und der D1- und D2-Dosis, mit der Messung der Kortikoidantwort auf die Referenzsubstanz bei allen Probanden des Hauptversuches sowie mit dem eigentlichen Hauptversuch von Prüf- und Referenzsubstanz an 40 bis 60 Probanden. Die Bewertung der Vasokonstriktion wird ausschließlich chromametrisch vorgenommen, die visuelle Erfassung wird trotz guter Datenlage wegen der mangelnden Objektivität zunehmend verlassen. Die ehemals relativ einfach durchzuführende Studie zur Vasokonstriktion ist zwar mittlerweile ein hochkompliziertes Verfahren geworden, dafür sind die ermittelten Daten allerdings auch sehr gut reproduzierbar und sicher.

Prof. Dr. med. Roland Niedner


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Teil 2: Workshop Magistralrezepturen

Prof. Dr. med. Max Gloor

Standardisierte Rezepturen aus dermatologischer Sicht:
Dermatikagrundlagen und Arzneistoffe

Hautklinik am Städt. Klinikum Karlsruhe, Karlsruhe

Standardisierte Rezepturen sollten grundsätzlich bevorzugt werden gegenüber freien Rezepturen wegen der geprüften Galenik und der sicheren Stabilität. Freie Rezepturen sind nur noch in Einzelfällen erforderlich, zumal in den letzten Jahren im NRF wesentliche Lücken gefüllt wurden. Anliegen des Referates ist es zu zeigen, welche vor allem neue NRF-Rezepturen von großem praktischen Nutzen in der Dermatologie sind. Zu nennen ist die lipophile Cremegrundlage NRF 11.104. Sie stellt eine ideale Rezepturgrundlage für den Neurodermitiker dar wegen ihres hohen Wassergehaltes, ihrer dementsprechend geringen Okklusion und ihres W/O-Typs. Abgeleitet von dieser Grundlage finden sich einige hervorragende Rezepturen im NRF, so die hydrophobe Triclosancreme 2 % NRF 11.122, die lipophile Polidoconalcreme 5 % mit Harnstoff NRF 11.120 und die lipophile Tretinoinsalbe 0,025, 0,05 und 0,1 % NRF 11.123. Triclosan ist ein Antiseptikum, für das es keine Spezialität gibt, desgleichen ist keine Alternative unter Spezialitäten vorhanden für die lipophile Tretinoinsalbe NRF 11.123. Besonderen Nutzen kann der Dermatologe außerdem aus dem umfänglichen Angebot an O/W-Emulsionen aus dem NRF ziehen, das durch die Übernahme einer Reihe von SR-Rezepturen stark erweitert wurde. Das Spektrum der angebotenen Emulsionen unterscheidet sich stark bezüglich des Lipidgehaltes, des Glyceringehaltes und der Konsistenz. Schließlich wird auch noch auf einige hervorragende andere NRF- Rezepturen eingegangen, für die es unter Spezialitäten keine Alternative gibt und die die therapeutischen Möglichkeiten des Dermatologen wesentlich bereichern.


Prof. Dr. med. Max Gloor

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Dipl. Kfm. Apotheker Thomas Müller-Bohn

Ist die magistrale Rezeptur pharmakoökonomisch sinnvoll?

Süsel

Ob die magistrale Rezeptur pharmakoökonomisch sinnvoll ist, hängt davon ab, aus welcher Perspektive sie betrachtet und wie sie eingesetzt wird. In den meisten deutschen Apotheken werden weniger als 20 Rezepturen pro Woche hergestellt, was eine rationelle Arbeitsweise unmöglich macht. Eine durchschnittliche Herstellung dauert 24 Minuten, nur bei weniger als 10,1 Minuten könnte sie kostendeckend sein. Standardisierung und gezielter Einsatz von Defekturen sind daher geboten. Über günstige Einkaufspreise würde dies auch die Rezepturpreise verringern und damit die Kostenträger bzw. Arztbudgets entlasten. Patienten und Gesellschaft können zudem profitieren, wenn die Rezeptur gezielt genutzt wird, um Lücken im Fertigarzneimittelprogramm zu füllen. Pharmazeutischer und ökonomischer Nutzen der Rezeptur hängen davon ab, wie die Verordner sie nutzen.


Dipl. Kfm. Apotheker Thomas Müller-Bohn

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Dr. Ursula Schöffling

Konservieren mit Verstand: Wann, wie, womit ?

Trier

Die Konservierung mikrobiell anfälliger dermatologischer Zubereitungen ist als Normalfall anzusehen und kann durch sauberes Arbeiten nicht ersetzt werden. Die Entscheidung über einen ausreichenden mikrobiellen Schutz der Zubereitung liegt in der Verantwortung der Apotheke. Abgabemenge und Aufbrauchfrist sind aufeinander abzustimmen, um über-flüssiges Konservieren zu vermeiden. Ein ärztlicher Rezeptvermerk „konservierungsstoff-frei“ verbietet die Konservierung einer Rezepturzubereitung. Abgabemenge und Auf-brauchfrist sind in Einklang zu bringen.

Aus standardisierten Vorschriften sowie den Hinweisen und Tabellen des NRF lassen sich praktische Orientierungshilfen für frei rezeptierte analoge Zubereitungen entnehmen, ein-geschlossen die GD-Hygienerichtlinie vom 19.01.2000.

Mikrobiell instabil und konservierungsbedürftig sind wasserhaltige Dermatika, wie hydrophile Cremes O/W, teilweise hydrophobe Cremes W/O, Hydrogele, Emulsionen und Suspensionen, sofern sie keine antimikrobiellen Wirk- oder Hilfsstoffe enthalten. Überflüs-siges Konservieren, z. B. unter Verwendung einer vorkonservierten Cremegrundlage, gilt es möglichst zu vermeiden.

Bei Magistralrezepturen sollte man sich auf wenige, gut bekannte Substanzen aus dem Arzneibuch oder DAC beschränken, die das in Frage kommende pH-Spektrum abdecken und nur ein einziges Konservierungsmittel einsetzen, das in Wasser gelöst und ausrei-chend hoch dosiert vorliegt. Im sauren Bereich unter pH 5,5 werden vorzugsweise Sor-binsäure und teilweise Benzoesäure mit ihren leicht löslichen und besser zu handhaben-den Alkalisalzen, Kaliumsorbat oder Natriumbenzoat, in Dermatika eingesetzt. Jedoch ist ein Ansäuern mit Citronensäure im Verhältnis 2:1 oder Ammoniumcitrat-Puffer zur sauren pH-Einstellung erforderlich. Im sauren, neutralen und schwach basischen Bereich (pH 4-8) sind PHB-Ester oder ihre Natriumsalze geeignet, sofern sie nicht in Cremes durch ihren ungünstigen Verteilungskoeffizienten ausscheiden oder wegen ihres allergischen Potentials. Eine Einwaagekorrektur für die Salze ist in der Konservierungsmittel-Tab. aufgeführt.

Propylenglycol wirkt mit 20 % (m/m) bezogen auf die Wasserphase pH-unabhängig kon-servierend und schützt alkalische Rezepturen mit Erythromycin oder Basiscreme DAC vor mikrobiellem Verderb. Bei wässrigen Verdünnungen von Basiscreme ist an eine Ergän-zung von Propylenglycol zu denken. Vergleichbare antimikrobielle Wirkung zeigen Etha-nol und 2-Propanol ab ca. 15 % in Gelen oder flüssigen Dermatika.

Kriterien für die Auswahl von Konservierungsmitteln sind insbesondere: pH-Wert der Zu-bereitung, Wasserlöslichkeit, Stabilität, Verteilungskoeffizient Octanol/Wasser, Primär-packmittel. Vorgestellt werden Konservierungsbeispiele aus standardisierten Rezepturen des NRF und Rezepturgrundlagen der Pharmahersteller.


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Dr. Bernd Hünerbein

Leitlinien der Dermatologischen Rezeptur

Löwen-Apotheke, Naumburg

Die Leitlinien verbinden die Belange der dermatologischen Verordnung und Arzneimitteltherapie mit den Grundsätzen einer guten pharmazeutischen Praxis im Rahmen der gültigen Rechtsnormen. Das therapeutische Konzept, das jeder Arzt für eine Therapie erstellt, muss vom Pharmazeuten bei der Herstellung und Abgabe unterstützt werden. Nur so ist die Compliance des Patienten zu gewährleisten. Dafür ist eine Zusammenarbeit von Arzt und Apotheker unerlässlich. Der Pharmazeut trägt die volle Verantwortung für die von ihm verarbeiteten Rezepturgrundstoffe. Auch im Zuge der Globalisierung ist das ein zunehmend wichtiger Punkt der Qualitätssicherung. Bedenkliche Bestandteile sind mit Sicherheit auszuschließen. Stoffkombinationen müssen stabil und therapeutisch sinnvoll sein. Die Anwendungssicherheit der Produkte im vorgesehenen Anwendungszeitraum muss von Arzt und Apotheker gemeinsam gewährleistet werden. Für den speziellen Anwendungszweck geeignete Verpackungen erhöhen die Compliance. Während die Konservierung von Dermatika immer wieder ein umstrittener Punkt, der eine besonders intensive Zusammenarbeit von Arzt und Apotheker erfordert, ist die Herstellungshygiene eine ganz wichtige Aufgabe des Pharmazeuten. Um dem Rechnung zu tragen, hat die Fachgruppe Magistralrezepturen der GD Hygienerichtlinien erarbeitet und veröffentlicht. Sie umfassen konkrete Maßnahmen zur Personal- und Herstellungshygiene sowie Checklisten zur Selbstinspektion. Schwerpunkte der Individualrezeptur sind Zubereitungen mit geringer Lagerfähigkeit, speziellen Wirkstoffkonzentrationen und speziellen Hilfsstoffkombinationen. Die Sachkenntnis des Pharmazeuten bei der Arzneiformenherstellung wird hier durch Standardwerke wie z. B. das NRF unterstützt. Standardisierte Zubereitungen sind in ihrer Sicherheit den Fertigarzneimitteln vergleichbar. Methoden der Herstellungskontrolle und ihre Dokumentation haben im Rahmen des QMS auch in der Apothekenrezeptur einen zunehmend wichtigen Platz bei der Qualitätssicherung. Durch entsprechende Informationen bei der Abgabe der Produkte unterstützt der Apotheker die Anwendungssicherheit beim Patienten. Er muss dafür Sorge tragen, dass der Patient alle notwendigen Informationen erhält. Ohne enge Zusammenarbeit mit dem Arzt und entsprechende Informationen im Rahmen des therapeutischen Konzepts ist diese Arbeit nicht zu leisten. Mit hohem Engagement werden seit Jahren standardisierte Rezepturvorschriften im Rahmen des NRF erarbeitet und eine immer breitere Palette von Arznei- und Hilfsstoffen mit Arzneimittelqualität im Rahmen der Arzneibücher und des DAC zur Verfügung gestellt. Die Zusammenarbeit von Ärzten, Apothekern und den Arzneimittelkommissionen garantiert eine große Sicherheit auch im Bereich der Magistralrezeptur. Eine wichtige Grundlage für die Realisierung all dieser Qualitätsschwerpunkte sind gemeinsame Veranstaltungen der Aus-, Weiter- und Fortbildung von Dermatologen und Pharmazeuten.


Dr. Bernd Hünerbein


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Dr. Holger Reimann

Rezepturen an den Grenzen der Therapiefreiheit

Pharmazeutisches Laboratorium des Neuen Rezeptur-Formulariums (NRF), Eschborn

Nationales und übernationales Recht autorisieren und verpflichten den Arzt zu einer medizinischen Behandlung Kranker. Hierfür benötigte Arzneimittel, die keine zugelassenen Fertigarzneimittel sind, müssen in der Apotheke hergestellt und abgegeben werden. Der Apotheker ist nach § 17 Abs. 4 ApBetrO zur unverzüglichen Herstellung auf Verschreibung verpflichtet, allerdings vorbehaltlich mehrerer Einschränkungen:

  • “ formale „Unklarheiten“ i. S. § 7 Abs. 1 ApBetrO
  • “ Ausgangsstoffe ohne die „nach der pharmazeutischen Wissenschaft erforderliche Qualität“ i. S. §§ 6 und 11 4 ApBetrO
  • “ fehlendes Know-how oder Ausrüstung
  • “ Rezepturen ohne die „nach der pharmazeutischen Wissenschaft erforderliche Qualität“ i. S. § 6 ApBetrO bzw. diese „nicht unerheblich gemindert“ i. S. § 8 AMG
  • “ Rezepturen, die Täuschung oder Irreführung i. S. § 8 AMG beinhalten
  • “ umstrittene Rezepturen bzw. solche mit „umstrittenem“ Bestandteil als „Unklarheiten“ i. S. § 7 Abs. 1 ApBetrO
  • „Bedenklichkeit“ i. S. § 5 AMG
  • „Off-label-use“ bzw. „Compassionate-use“ als „Unklarheiten“ i. S. § 7
Der verordnende Arzt ist sich zumindest der pharmazeutisch begründeten Sachzwänge in der Apotheke häufig nicht bewusst. Hieraus erwachsende Probleme lassen sich im Interesse aller Beteiligten – einschließlich des Patienten – weitgehend vermeiden. Dazu soll der Arzt bei der Verschreibung möglichst wenige Unklarheiten entstehen lassen, Verständnis für Rückfragen des Apothekers haben und – ebenso wie dieser – Problemstoffe und -rezepturen auf aktuellem Stand kennen. Der Apotheker muss über die sich mitunter rasch ändernden pharmazeutischen Voraussetzungen informiert und bei Bedarf bereit und in der Lage sein, geeignete Problemlösungen und Alternativen vorzuschlagen. Gerade in Compassionate-use-Fällen, bei denen Bedenklichkeit einerseits und dringender Bedarf für die individuelle Behandlung durch ein Rezepturarzneimittel eng beieinander liegen, helfen nur eine gute Kommunikation und die Nutzung relevanter Informationsquellen, Leitlinien und Praxishilfen, wie sie u. a. durch die GD, die Arzneimittelkommissionen der Heilberufe und das Neue Rezeptur-Formularium (NRF) geboten werden. Konkrete Fallbeispiele sind zum Verständnis hilfreich.


Dr. Holger Reimann

Foto: Gesellschaft für Dermopharmazie

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Foto: Gesellschaft für Dermopharmazie

Apothekerin Rosemarie Eifler-Bollen * und
Apothekerin Michaela Tünnermann **

* Pharmazeutisches Laboratorium des Neuen Rezeptur-Formulariums (NRF), Eschborn
**Apotheke am Ponzelar, Krefeld

Rezepturen zum Anfassen:
Vermeidung von Inkompatibilitäten und standardisierte Rezepturen


Unverträglichkeiten (Inkompatibilitäten) zwischen zwei oder mehreren Rezepturbestandteilen eines Dermatikums können vielfältige Ursachen haben. Häufig sind durch Salzbildung bedingte Schwerlöslichkeit, Wirkungsverlust, chemische oder physikalische Instabilität die Ursache. Viele Unverträglichkeitsreaktionen sind bereits während oder nach der Herstellung zu erkennen, wie beispielsweise an Fällungen und Konsistenzveränderungen, an Verfärbungen oder im Brechen der Emulsion. Im Gegensatz dazu gibt es Unverträglichkeiten, die bei visueller Prüfung nicht ohne weiteres zu erkennen sind, wie beispielsweise die Beeinträchtigung pH-abhängiger Wirkungen von Arznei- und Hilfsstoffen. Diese werden auch als „larvierte Inkompatibilität“ bezeichnet. Die Vermeidung entsprechender Unverträglichkeiten setzt in jedem Fall die sichere Kenntnis der Einzelbestandteile voraus. Diesbezüglich unproblematisch sind standardisierte Rezepturen.

So muss bei der Ausoleeignete alternative Grundlage vorschlagen. Die Auswahl muss in Abhängigkeit

  • vom Hauttyp des Patienten (Seborrhoiker, Sebostatiker, empfindliche Haut),
  • der Akuität der Erkrankung,
  • der Lokalisation,
  • bekannter Allergien,
  • der Kompatibilität mit Rezepturbestandteilen ausgewählt werden.

Durch die Zusammenarbeit von Arzt und Apotheker lässt sich die Rezeptur verbessern, sicherer und einfacher machen.

  • Unverträglichkeit auf Grund von Kation-Anion-Wechselwirkung
    Insbesondere führen Wechselwirkungen anionischer Emulgatoren in Dermatika-Grundlagen durch Salzbildung bei einer Reihe größerer Kation-Arzneistoffe zur Inaktivierung des Arzneistoffes und/oder zur Inaktivierung des Emulgators und damit zum Brechen der Emulsion.

  • Unverträglichkeit auf Grund unterschiedlicher pH-Stabilitäts- und Wirkoptima
    pH-Verschiebungen durch stark saure oder stark basische Arznei- und Hilfsstoffe vermindern möglicherweise Löslichkeit und Wirkung. Die Kombination von Clotrimazol und Salicylsäure ist wegen der Haltbarkeit des Clotrimazol in stärker saurem Milieu möglicherweise problematisch. Dies gilt auch für Chloramphenicol und sicherlich für Erythromycin. Von Zinkoxid-haltigen Dermatika ist bekannt, dass sie die Wirkung anderer Arzneistoffe beeinträchtigen. Zinkoxid hat wegen des neutralen bzw. schwach basischen pH-Wertes einen destabilisierenden Effekt auf hydrolyseempfindliche und auf oxidationsempfindliche Arzneistoffe (zum Beispiel manche Glucocortikosteroide und Dithranol).

  • Unverträglichkeit durch unterschiedlichen Emulsionstyp
    Beim Mischen dermatologischer Fertigarzneimittel mit offizinellen Grundlagen muss beachtet werden, dass nur die Mischung gleicher Emulsionstypen einigermaßen sicher physikalisch stabil bleibt. Die Kombination von O/W- mit W/O-Systemen führt häufig zum Brechen der W/O-Emulsion.

  • Unverträglichkeit mit grenzflächenaktiven Arznei- und Hilfsstoffen
    Grenzflächenaktive Stoffe stören durch Mischmizellbildung mit den Emulgatoren der Grundlage das Emulsionssystem. Polidocanol 600 gehört unter anderem zu diesen galenischen Problemarzneistoffen: als Grundlage verwendete W/O-Cremes brechen in der Regel, hydrophile Cremes können sich verflüssigen.


Apothekerin Rosemarie Eifler-Bollen

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Apothekerin Michaela Tünnermann
Foto: Gesellschaft für Dermopharmazie
Foto: Gesellschaft für Dermopharmazie
Foto: Gesellschaft für Dermopharmazie

Dr. med. Petra Staubach-Renz

Therapeutisches Konzept aus der Sicht des Arztes und des Apothekers

Universitäts-Hautklinik Mainz

Dermatologische Rezepturen ermöglichen eine individuelle Dermatotherapie. Der Arzt erstellt ein Therapiekonzept, das sich aus der Diagnose, dem Ausmaß der betroffenen Hautveränderungen und dem individuellen Hautzustand ergibt. Die Forderung des Dermatologen, Wirkstoff und Vehikel individuell abgestimmt einsetzen zu können, kann durch die Anwendung bestimmter Rezepturen mit ausgewählten Wirkstoffen und Grundlagen erfüllt werden, wenn die Grundregeln der Galenik und Dermatopharmakologie berücksichtigt werden. Dazu muss der Apotheker das gewünschte therapeutische Konzept bei der Herstellung und Abgabe verfolgen und überwachen, insbesondere unter Beachtung der Unbedenklichkeit der Bestandteile, der Wechselwirkungen bestimmter Inhaltsstoffe, der Einhaltung von Maximaldosierungen, der Verträglichkeit, der Applizierbarkeit, der Hygiene, der Kennzeichnung und der Verpackung der Rezeptur. Eine gute Zusammenarbeit setzt voraus, dass der Apotheker das therapeutische Ziel des Arztes erkennt und unterstützt, was das Vertrauen und die Compliance des Patienten in beide Richtungen fördert.


Dr. med. Petra Staubach-Renz

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Foto: Gesellschaft für Dermopharmazie

Teil 3: Workshop Sonnenschutz

Priv.-Doz. Dr. Ulrike Heinrich

Anforderungen an dermokosmetischen Sonnenschutz

DermaTronnier, Institut für Experimentelle Dermatologie, Universität Witten/Herdecke, Witten

Der Begriff Dermokosmetika oder dermopharmazeutische Produkte wurde von der Gesellschaft für Dermopharmazie (GD) klar definiert.
Dermokosmetika stellen keine neue Produktklasse dar, sondern erfüllen besondere Anforderungen hinsichtlich ihrer Qualität und Dokumentation. Danach sollen die kosmetischen Mittel als Dermokosmetika bezeichnet werden, bei denen der Anwendungszweck unter Mitberücksichtigung dermatologischer und pharmazeutischer Gesichtpunkte erreicht wird (Lit.: DermoTopics 2001, 1, 92). Einen speziellen Vertriebsweg z. B. exklusiv über Apotheken, schließt diese Definition nicht ein.

Welche Anforderungen ergeben sich für einen dermokosmetischen Sonnenschutz?
Gemäß der oben genannten Definition sollten dermokosmetische Sonnenschutzprodukte bestimmten Qualitätsanforderungen genügen.
Hierzu gehören: Ausreichende Dokumentation der galenischen Eigenschaften, der Inhalts- bzw. Wirkstoffe, der Hautverträglichkeit und der Wirksamkeit bezüglich des Sonnenschutzes. Diese umfasst einen ausreichenden Schutz sowohl im UVA- als auch im UVB-Bereich. Wird ein besonderer Schutz bei Lichtdermatosen ausgelobt, so muss dieser durch spezielle Prüfungen nachgewiesen sein.

Zielgruppe für dermokosmetischen Sonnenschutz sind alle besonders zu schützenden Anwendergruppen, wie Kinder, sehr hellhäutige Personen (Lichttyp I und II), Sportler sowie Personen mit Lichterkrankungen oder solche, die beruflich starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Ferner Patienten, die Medikamente mit möglicher phototoxischer Nebenwirkung einnehmen.

Bislang existieren zwar Normen für die Bestimmung des Sonnenschutzfaktors im UVB-Bereich (Colipa, DIN, FDA, australischer Standard etc.), aber es gibt kein einheitliches, interdisziplinär abgestimmtes Konzept über wichtige Kriterien.

Die Fachgruppe Dermokosmetik der Gesellschaft für Dermopharmazie e. V. hat sich daher als unabhängige Organisation die Aufgabe gestellt, wichtige Kriterien über dermokosmetischen Sonnenschutz zu erarbeiten, um die Mindestanforderungen hinsichtlich der Qualität und Dokumentation zu fixieren.

Ziel der Fachgruppe ist es, eine systematisch erarbeitete Empfehlung in Form einer Leitlinie zum dermokosmetischen Sonnenschutz unter Auswertung der international relevanten Literatur zu erstellen. Diese Leitlinie ist als Hilfestellung für alle gedacht, die mit dermokosmetischem Sonnenschutz der Haut befasst sind. Gesetzliche Änderungen für Dermokosmetika werden hierbei nicht angestrebt. Die bestehende Einstufung als kosmetische Mittel wird als ausreichend erachtet.
Die Verabschiedung und Veröffentlichung der GD-Leitlinie „Dermokosmetischer Sonnenschutz“ ist für das Frühjahr 2003 vorgesehen.


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Dipl.-Ing. Peter Finkel

Der Markt der kosmetischen Lichtschutzmittel:
Historische Entwicklung – Meilensteine – Marktsituation 2001 – Trends

Sara Lee Houshold and Body Care Deutschland GmbH, Düsseldorf

Historische Entwicklung – Meilensteine

Der wichtigste Meilenstein der modernen Lichtschutzmittel wurde in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts gesetzt: Die UV-Filter wurden als Wirkstoffe für dermal anzuwendende Sonnenschutzmittel entdeckt. An die Stelle von abdeckenden Pudern oder mit Make-up vergleichbaren Produkten traten damit erstmals transparente und trotzdem sehr wirksame Formulierungen. Die breite Einführung des Lichtschutzfaktors (SPF) in den 70er Jahren war ein weiterer wichtiger Meilenstein. Die eher allgemein gehaltene Beschreibung der Schutzleistung wurde durch eine genaue Zahlenangabe ergänzt. Damit wurde der Markt für den Konsumenten hinsichtlich der Produktleistung transparent. Ein wahrlich revolutionärer Schritt in dem sich überwiegend emotional differenzierenden kosmetischen Produktumfeld. Der Lichtschutzfaktor setzte sich in den 70er und 80er Jahren weltweit durch. Die 90er Jahre brachten eine regelrechte SPF-Inflation, die schließlich 1998 zum SPF-Gipfel von SPF 123 in Japan führte. Um diese wenig sinnvolle Entwicklung zu beenden und mehr Transparenz für den Konsumenten zu schaffen, sollen in Europa den SPF-Zahlenwerten Schutzklassen zugeordnet und ein Maximum von SPF 50+ eingeführt werden. Derzeit wird über die Industrieverbände an einer weltweiten Harmonisierung des SPF-Systems gearbeitet Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des kosmetischen Sonnenschutzes zeichnet sich ab.

Marktsituation 2001

Der Weltmarkt der kosmetischen Sonnenschutzmittel 2001 wird auf ca. 3.6 Mrd Euro geschätzt. Nach den USA ist Deutschland der zweitgrößte nationale Markt. Die führenden europäischen Marken sind Nivea (BDF), Ambre Solaire (L’Oreal), delial (Sara Lee) und Piz Buin (Johnson & Johnson). Bei den Formulierungstypen wird der Markt eindeutig von den flüssigen Emulsionen (Milch) dominiert. Nach Wert haben jeweils etwa die Hälfte der Produkte Lichtschutzfaktoren bis 15 bzw. darüber. Schutzfaktoren von über 30 haben nur geringe Marktbedeutung.

Trends

Der Trend zu höheren Lichtschutzfaktoren wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Neue Erkenntnisse aus der Hautforschung und daraus abgeleitete Prüfmethoden werden es ermöglichen, Produkte hinsichtlich des Schutzes vor Immunosuppression, Hautalterung und Hautkrebs zu optimieren. In diesem Zusammenhang wird der UVA-Schutz eine besondere Rolle spielen. Sonnenschutzmittel werden zukünftig verstärkt zusammen mit anderen Maßnahmen (Tragen von Sonnenbrillen, Schutz vor UV-Strahlung durch Textilien, Informationen zur täglichen UV-Strahlung über Medien) ein integrales Schutzkonzept bilden. Nicht zuletzt werden Aufklärung und Information den Konsumenten zu einem stärker vernunftorientierten Umgang mit der Sonne führen. Dies wird der wichtigste und Erfolg versprechende Schritt zur Optimierung des kosmetischen Sonnenschutzes sein.

Dipl.-Ing. Peter Finkel

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Dr. Heiner Gers-Barlag (unter Mitarbeit von V. Wendel und E. Klette)

Ein neues Verfahren zur Prüfung des UVA-Schutzes in vitro

Beiersdorf AG, Hamburg

Aufgrund der steigenden Kenntnisse über UVA induzierte Hautschäden besitzt der Schutz gegenüber dieser Strahlung eine zunehmende Bedeutung bei der Entwicklung von modernen Sonnenschutzprodukten. Derzeit gibt es aber keine offiziell anerkannte Methode, wie dieser UVA-Schutz gemessen werden kann. In der vorliegenden Studie wurde ein neues Messverfahren entwickelt, welches einerseits die exzellente Reproduzierbarkeit einer standardisierten Transmissionsmessung besitzt und auf der anderen Seite eine relevante Aussage über die Schutzleistung des Produktes auf der menschlichen Haut zulässt, wie es bisher nur für In-vivo-Methoden angenommen wird.

Der Messvorgang sieht vor, dass eine Schicht eines Sonnenschutzmittels auf eine angeraute Unterlage aus Plexiglas (PMMA) mit dem Finger ausgestrichen wird. Die Auftragsmenge sollte dabei so gewählt werden, dass bei der Transmissionsmessung im UV-Bereich der Absorptionswert von 2 nicht überschritten wird. Die resultierende, charakteristische Schutzkurve wird über eine Konstante so angepasst, dass der In-vitro-SP-Wert dem in vivo gemessenen SPF entspricht. Weiterführend wird dann ein In-vitro-PPD-Schutzfaktor errechnet.

Anhand von vergleichenden In-vivo- und In-vitro-Messungen an insgesamt 45 Sonnenschutzprodukten, die repräsentativ für den europäischen und amerikanischen Markt sind, konnte eine sehr gute Korrelation aufgezeigt werden. Daraus ergibt sich, dass die Methode als allgemeine Messmethode zur Bestimmung des UVA-Schutzes geeignet ist.

Dr. Heiner Gers-Barlag

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Birgit Huber

Gesetzliche Bestimmungen zu Sonnenschutzfiltern

Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e.V. (IKW), Frankfurt am Main

Definition kosmetischer Mittel

In der Europäischen Union sind kosmetische Mittel seit 1976 in der EG-Kosmetik-Richtlinie geregelt. Die Definition kosmetischer Mittel beschreibt die möglichen Funktionen. Diese sind: Reinigen, Parfümieren, Aussehen verändern, Körpergeruch beeinflussen, Schützen und in gutem Zustand halten. Da Sonnenschutzmittel die überwiegende Zweckbestimmung haben, die Haut vor den schädlichen UV-Strahlen zu schützen und in gutem Zustand zu halten sind dies Produkte in der Europäischen Union eindeutig unter diese Definition einzuordnen, und daher gelten für diese Produkte die gesetzlichen Bestimmungen der EG-Kosmetik-Richtlinie. Weiterhin ist dort festgeschrieben, dass kosmetische Mittel die Gesundheit des Verbrauchers nicht schädigen dürfen.

Gesetzliche Anforderungen in der Kosmetik-Richtlinie

Hierzu gilt es die allgemeinen Anforderungen der Richtlinie zu befolgen. Die Kosmetik-Verordnung setzt die EG-Kosmetik-Richtlinie in deutsches Recht um. Sie enthält eine Negativliste mit Stoffen, die zur Verwendung in kosmetischen Mitteln verboten sind, wie z.B. Urocaninsäure. Weiterhin gibt es sogenannte Positivlisten. Stoffe, die unter Positivlisten fallen, sind Farbstoffe, Konservierungsstoffe und UV-Filter. Für diese Stoffgruppen gilt, dass nur die in den Positivlisten aufgeführten Stoffe zu diesem jeweiligen Anwendungszweck erlaubt sind. Um die Zulassung eines Stoffes zu erlangen, bedarf es der Bewertung umfangreicher toxikologischer Daten durch das Wissenschaftliche Komitee Kosmetologie und Nichtlebensmittelprodukte und anschließender Zulassung durch die Mitgliedstaaten der EU (SCCNFP). Darüber hinaus enthält die Kosmetik-Richtlinie noch eine Vielzahl weiterer Anforderungen, die auch für Sonnenschutzprodukte zu erfüllen sind. Hierzu gehören die Erstellung von Produktangaben mit umfangreichen Informationen über das jeweilige kosmetische Mittel inklusive einer Sicherheitsbewertung durch einen entsprechenden Experten, umfangreiche Kennzeichnungsvorschriften, wie z.B. die Deklaration der Inhaltsstoffe nach INCI etc..

Regelungen von UV-Filtern

Im Anhang VII der EG-Kosmetik-Richtlinie sind derzeit 24 UV-Filter endgültig zugelassen. Es kann davon ausgegangen werden, dass sich diese Zahl in Kürze um ca. drei weitere Stoffe erhöht, da schon seit längerer Zeit ein Vorschlag einer Anpassungs-Richtlinie diskutiert wird, der die Zulassung dieser Stoffe vorsieht.


UV-Filter sind nach der Kosmetik-Verordnung Stoffe und Zubereitungen, die überwiegend zu dem Zweck zugefügt werden, UV-Strahlen zu filtern, um diese vor bestimmten schädlichen Einwirkungen dieser Strahlen zu schützen.


Darüber hinaus wird dort hervorgehoben, dass andere UV-Filter, die in kosmetischen Mitteln nur zum Schutz der Erzeugnisse gegen UV-Strahlen verwendet werden, nicht auf dieser Liste stehen. Das heißt, dass die im Anhang VII geregelten Stoffe auch zum Produktschutz eingesetzt werden können, allerdings die Möglichkeit besteht, auch andere UV-Filter zu diesem Zwecke einzusetzen.

Lange war fraglich, wie die beiden Stoffe Titandioxid und Zinkoxid im Rahmen dieser Regelungen zu bewerten sind. Zunächst war man davon ausgegangen, dass diese beiden Stoffe das UV-Licht nur reflektieren. Vor einigen Jahren gab es dann allerdings in der wissenschaftlichen Literatur Publikationen, aus denen klar hervorgeht, dass die beiden Stoffe nicht nur reflektieren, sondern das UV-Licht auch filtern. Aufgrund dieser neuen Erkenntnisse war es notwendig geworden, die beiden Stoffe im Rahmen des Anhangs VII zu regeln. Die deutsche Regierung hat hierzu einen entsprechenden Vorstoß in Brüssel unternommen und bereits in der deutschen Kosmetik-Verordnung eine entsprechende Regelung vorgesehen. Inzwischen wurden für beide Stoffe auch Dossiers beim SCCNFP eingereicht, und für Titandioxid gibt es bereits eine positive Bewertung. Titandioxid ist einer der oben genannten Stoffe, der in Kürze EU-weit mit einer maximalen Konzentrationsbeschränkung von 25 % zugelassen werden wird. Bei dem hier eingesetzten Titandioxid handelt es sich um einen Stoff mit einer sehr kleinen Körnchengröße, der zusätzlich chemisch behandelt wurde, um diese Anforderungen zu erfüllen. Mit einer Bewertung des entsprechenden Dossiers für Zinkoxid durch das SCCNFP wird noch in diesem Jahr gerechnet.

Birgit Huber



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Dipl. Bio-Ing. Stephan Bielfeldt

Methoden in der Sonnenschutzfaktortestung:
Stand der Normung

proDERM Institut für Angewandte Dermatologische Forschung, Schenefeld

In dem Vortrag wird ein Überblick über die genormten Sonnenschutzfaktor-Methoden, die weltweit zur Anwendung kommen, gegeben. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der COLIPA-Methode von 1994, die für den europäischen Raum maßgeblich ist. Beschrieben werden weiterhin die verschiedenen Methoden der Wasserresistenzprüfung und der derzeitige Stand der Normung auf diesem Gebiet sowie verschiedene In-vivo- und In-vitro-Prüfverfahren zur Messung des UV-A-Schutzes. Auch für diese Methoden wird der Stand der Normung beschrieben. Als Blick in die Zukunft wird diskutiert, wie weit die internationale Harmonisierung, insbesondere mit den USA, fortgeschritten ist und welche Methoden sich voraussichtlich in Zukunft weltweit durchsetzen werden.

Dipl. Bio-Ing. Stephan Bielfeldt

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Prof. Dr. med. Eckhard-Wilhelm Breitbart (unter Mitarbeit von R. Greinert)

Sonne und Haut:
Biologische Wirkungen der UV-Strahlung

Dermatologisches Zentrum Buxtehude

Ohne die Sonne wäre ein Leben auf der Erde nicht möglich. Allerdings bewirkt der UV-Anteil im Strahlungsspektrum der Sonne molekulare und zelluläre Veränderungen in der Haut, die letztendlich zu Hautschädigungen und Hautkrebs führen können.

Die Wirkungen der UV-Strahlung auf die Haut können in zwei große Bereiche eingeteilt werden: Akute und chronische Wirkungen. Zu den akuten Wirkungen zählen die Vit. D3 -Synthese, die Bräunung, das Erythem, die Erzeugung der Lichtschwiele und die UV-vermittelte Immunsuppression. Chronische Wirkungen sind die (UVA-bedingte) Hautalterung und die Photokarzinogenese. Das Auftreten bestimmter Wirkungen ist Wellenlängen-abhängig und mit unterschiedlichen UV-Expositionsmustern korreliert.

Für den Hautkrebs, welcher weltweit den Krebs mit der höchsten Inzidenz darstellt, belegen eine Vielzahl von epidemiologischen und experimentellen In-vitro- und In-vivo-
Untersuchungen einen eindeutigen Zusammenhang mit der UV-Exposition. Dabei scheinen unterschiedliche UV-Expositionsmuster mit dem Auftreten der verschiedenen Hautkrebsarten zusammenzuhängen:

Plattenepithelkarzinom, SCC (kumulative UV-Exposition)
Basalzellkarzinom, BCC(kumulative und/oder intermittierende
UV-Exposition)
Malignes Melanom, MM(intermittierende UV-Exposition)

Die molekularen Mechanismen der Photokarzinogenese sind noch nicht vollständig geklärt, jedoch ist u.a. bekannt, dass bestimmte UV-induzierte „signature mutations“ (z.B im p53-Gen, SCC), Veränderungen im „hedgehog-pathway“ (BCC) und chromosomale Rearrangements (beim MM) von Bedeutung sind. Eigene, neue Untersuchungen weisen auf die Bedeutung schwer UV-geschädigter epidermaler (Stamm-) Zellen in der Ätiologie der nicht melanozytären Hautkrebse (SCC, BCC) hin.

Wegen der Beeinträchtigung der Lebensqualität und seiner hohen Inzidenz stellt der Hautkrebs ein ernst zu nehmendes gesundheitliches und gesundheitspolitisches Problem dar, bei dem die induzierten hohen Kosten eine nicht zu vernachlässigende Belastung der finanziellen Ressourcen im Gesundheitswesen bedingen. Allerdings kann dieser Problematik mit kontinuierlichen Maßnahmen der primären und sekundären Prävention begegnet werden.

Prof. Dr. med. Eckhard-Wilhelm Breitbart

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Foto: Gesellschaft für Dermopharmazie

Teil 4: Poster

W. Wigger- Alberti (1), M. Keskin (1), G. Feistkorn (2), K.P. Wilhelm (1)

Assessment of patch test reactions due to hair dyes with the Laser doppler perfusion scanning technique

(1) proDERM Institute for Applied Dermatological Research GmbH, D 22869 Schenefeld, Germany
(2) Wella AG, D 64295 Darmstadt, Germany

Introduction:
The interpretation of test reactions of epicutaneous patch tests might be difficult in cases where coloured test products such as hair dyes have to be assessed. The subjective clinical scoring is influenced by the colour and even the benefit of colorimeters is limited. The aim of the present study was to investigate.the usefulness of the laser Doppler perfusion technique to investigate skin irritation alter application of hair dyes with different irritant potential.

Methods:
In order to basically test the practicability of this approach SLS was added to a hair dye at different concentrations (0.5%, 1%, 2%). Products were applied to the forearms of 15 volunteers. On day 1 and 3 visual sconng and instrumental measurements (chromametry, TEWL and Laser Doppler perfusion technique) were performed.

Results:
With visual scoring a significant difference was only detected an areas without dye, between 0.5% SLS and 2% SLS. With TEWL and LDI measurements significant differentes were detected between the dye without irritant and all test products with dye and 1% or 2% SLS. Chromametry, however, did not show differentes that could plausibly be correlated to the irritation potential of the test products.

Conclusion:
Dependent an the type of irritant TEWL and Laser Doppler perfusion imaging are recommended as the methods of choice when evaluating skin irritation potential of coloured test products.

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Kockott, D.*, Tronnier, H.‘, Hölzner, B.**, Heinrich, U.**

Automatic in Vitro Evaluation of Suncare Products

* UV Technik, 63456 Hanau, Germany
** Institute for Experimental Dermatology, University Witten/Herdecke, 58455 Witten, Germany


State of technology:

With all in vitro methods used at present, the spectral transmittance of suncare products is measured in a spectral photometer. From the spectral transmittance, characteristic values for the protective effect in UV13 and UVA are derived. The protective effect of a sun care product regarding the erythema is described by the SPF (Sun Protection Factor).

Measuring method and device:
The sample is irradiated by simulated solar radiation. The radiation source is a Xe lamp, whose radiaions is filtered by two selectively reflecting mirrors and different filters such that the spectral distribution in the wavelength range 290 nm < X:5 400 nm corresponds to the norm sun of COLIPA and DIN 67501.

Behind the sample there are two radiation receivers which are used alternatively for UVA and UVB and are automatically driven into the path of the rays.

Objective of a new method and device:

The new device (Sunscreen Tester) used for measuring the protective effect of suncare products realizes the irradiation conditions analogous to a normal in vivo measurement. During the irradiation process it continuously measures both the SPF and the spectral transmittance behind the sample. From the latter, further protection parameters are calculated. Information about the stability of a suncare product is automatically obtainable.

Results and conclusions:
The presented in vitro method and the accompanying device Sunscreen Tester allow a fast and automatic determination of all factors characterizing the protective effect of suncare products during irradiation.

For a number of commercial suncare products with sun protection factors between 4 and 30, the SPF was determined by both the in vivo method and the new in vitro method presented. Both SPFs correspond to each other within an error range of ± 20%.

It is also possible to calculate other characteristic values, such as the critical wavelength k, according to Diffey and the ratio of protective effect UVA/UVB from the spectral absorptance.

References
1. H. Tronnier, D. Kockott, B. Meick, N. Hani, U. Heinrich: Zur in vitro Bestimmung des SPF; Parfümerie und Kosmetik, 77.326 329 (1996)
2. H. Tronnier, B. Hölzner, U. Heinrich, D. Kockott, B. Reubke Gothe: Zur Praxis der in vitro Bewertung von Sonnenschutzmitteln; Kosmetische Medizin 18.344 350 (1998)
3. D. Kockott: In vitro Bewertungen von Sonnenschutzmitteln; Kosmetische Medizin 19.290 293 (1998)
4. U. Heinrich, H. Tronnier Ein neues in vitro Verfahren zur Bestimmung des UVA Schutzes von Lichtschutzpräparaten; SÖFW Journal 12.40 41 (1999)

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A. Claaßen*, A. Klotz*, A. zur Mühlen*, B. Thörner*

Einfluss von Hautschutzprodukten auf die Eigenschaften von Schutzhandschuhen

*Degussa, Skin Care, Krefeld, Deutschland

In vielen Berufen wie z.B. Friseurhandwerk, Heil und Pflegeberufen und lebensmittelverarbeitender Industrie werden enganliegende, feuchtigkeitsundurchlässige Schutzhandschuhe zur Vermeidung berufsbedingter Hauterkrankungen getragen.

Durch das Tragen dieser Handschuhe kommt es zu Okklusionseffekten. Dieser Feuchtigkeits und Wärmestau führt zur Quellung der Hornschicht. („Waschfrauenhände“). Durch diese Mazeration wird die Widerstandsfähigkeit der Haut gegenüber äußeren Einflüssen herabgesetzt [1].

Im Markt sind verschiedene kosmetische Produkte erhältlich, die eine Verringerung der Hautmazeration beim Handschuhtragen bewirken. Allerdings wird immer wieder diskutiert, dass Inhaltsstoffe von Hautschutzpräparaten Handschuhmaterialien beeinflussen können [2].

Es gibt verschiedene DIN Methoden, mit denen die physikalischen Eigenschaften von Handschuhmaterialien untersucht werden. Durch Modifikation dieser Testdesigns können die Wechselwirkungen zwischen Hautschutzprodukt und Schutzhandschuh untersucht werden. Hier bieten sich die DIN Methoden 455 Teil 1 (Dichtigkeit) und Teil 2, Pkt 5.2 (Reißkraft) an.

Des weiteren gibt es ein Prüfverfahren für Kondome aus Naturkautschuklatex (DIN EN 4074), in dem die Dichtheit von Kondomen bestimmt wird. Durch Modifikation dieser Methode kann der Einfluss von Hautschutzpräparaten auf Schutzhandschuhe bestimmt werden [3].

Ziel der Untersuchung war es mittels der Reißfestigkeitsmethode (DIN EN 455 Teil 2) und einer elektrischen Messung (lonenpermeabilität) in Anlehnung an DIN EN 4074 den Einfluss eines Hautschutzgels auf die physikalischen Eigenschaften eines Nitril Untersuchungshandschuhs zu bewerten. Mit der Methode der Reißfestigkeit konnte ein zeitabhängiger Einfluss eines Hautschutzgeles auf die physikalischen Eigenschaften der Handschuhe nachgewiesen werden. Die Messung der lonenpermeabiltiät scheint dagegen weniger sensitiv zu sein, da kein signifikanter Unterschied zwischen den unbehandelten und den mit einem Hautschutzgel behandelten Handschuhen erkennbar war.

[1] TAGES 531, 1996
[2] Chemical Resistente Volume Il Therrnoplastic Elastomers, Thermosets and Bohrers. Second Edition es. 1994, Norwich, NI: Plastik Design Library
[3] Helfrich et at., Einfluss von Hautschutzpräparaten auf die Eigenschaften von Latexhandschuhen. Hofmann, Reschauer, Stößel, Arbeitsmedizin im Gesundheitsdienst, Be. 14, Edition ABGAS, 2001


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H. Tronnier, M. Wiebusch, U. Heinrich

Frictiometry on human skin

Institute for Experimental Dermatology, University Witten/Herdecke, 58455 Witten, Germany

Background:

The state and function of human skin can be quantified by numerous non invasive test methods (1).
There are, however, still no valid methods to measure the tactile properties of the skin surface and thus to quantify the state of the skin an the one hand, and to determine the negative and positive effects of tactile influences an the other hand.

Objective:
In the following, a measuring device with variable parameters is described. With this device the afore mentioned objectives are to be reached and examples for the practical application of the method will be given. If need be, this can be done in combination with a method for the determination of the skin physiologically relevant surface parameters (2).

Methods:
The measuring device (Friktiometer®) (Producer: Courage und Khazaka, electronik GmbH, Mathias Brüggen Str. 91, 50829 Köln) consists of a sensor, which is to be placed onto the skin, a steering unit and a monitor.

The measuring head contains a DC micro motor, which is controlled rotationally (50 80 revolutions/min) onto which a variable Teflon sensor head (0 10 mm) can be placed via an exchangeable spring. The skin contact force of the rotating sensor is determined inductively with the spring constant and the compression. The torque, i.e. the circular friction an the skin surface, is measured via the motor load current and is shown as a voltage drop.

Results:
Depending an the surface structure there are higher values for dry and wrinkly skin than for normal skin.

While water increases the frictionary resistance of the skin, depending an their galenic (lipid proportion) skin care products lead to „smoothing“ of the skin. This is more pronounced an dry than an normal skin.

The frictionary resistance an dry skin is lower than an moist skin.

The effect of a W/O emulsion is not only greater, but it also lasts longer than the effect of an O/W emulsion.

Conclusion:
A new measuring device for the defined friction of the skin (Friktiometer°) is described and its possible applications are shown with examples. There were the following findings: The frictionary resistance of the skin is determined by the state of its surface structure. Skin care products improve the frictionary resistance time dependently.

The frictionary resistance is increased an moist skin.

Depending an the material and e.g. their moistness, textiles, fleeces, etc. increase the frictionary resistance of the skin.

In comparison to an untreated sample, paper tissues containing additives, for instance, can reduce the frictionary resistance and thus also irritation.

The SELS procedure facilitates a differentiated analysis of friction irritations.

References:
1. J. Serup, G.B.E.Jemec (Herausgeber): Handbook of non invasive Methods and the skin; CRC Press (1995)
2. H. Tronnier: Ergebnisse der Hautoberflächenanalyse mit SELS; Kosm. Medizin 19.278 283 (1998)
3. H. Tronnier, M. Wiebusch, U. Heinrich: Friktiometrie an der menschlichen Haut; Kosm. Medizin 22.228 235 (2001)

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Wolfgang Pittermann (1 )Olaf Lammerschop (1), Marcel Roth (1) Michael Schmitt (1), Manfred Kietzmann (2)

Oil and waterbased formulations containing nanoparticles
The dermal behaviour after topical application under in vitro conditions (BUS Model)

1 Henkel KGaA, D 40191 Duesseldorf,
2 Institute for Pharmacology, Toxicology and Pharmacy, Veterinary School Hannover, D 30559 Hannover

Fragestellung: Beeinflußen bestimmte Nanopartikel (4 unterschiedliche Ferrofluide) typische Charakteristika von öloder wasser basierten, topischen Formulierungen?

Methode: Hautpenetration (Hornschicht) und aktivierung (PGE2/ MTT) im in vitro BUS Modell nach verschiedenen Einwirkzeiten und Applikationsformen (mit / ohne Massage).

Ergebnis: Die typischen Formulierungscharakteristika werden durch Ferrofluide nicht wesentlich verändert. Ferrit wird in unterschiedlicher Menge in die Hornschicht und in die oberen Haarfollikelabschnittel eingebracht.

Bei allen Ferrofluiden kommt es zu einer üblichen, transienten Hautaktivierung der Formulierung entsprechend. Negativer Einfluss auf die Hautverträglichkeit ist auch aus den Ergebnisse mit verlängerter Expositionszeit (5,0 h) und Massage nicht zu erkennen. Massage begünstigt die Hornschichtpenetration und fördert erwartungsgemäß die Hautaktivierung.

Orginalbeitrag

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Oil- and waterbased formulations containing nanoparticles
The dermal behaviour after topical application under in-vitro conditions (BUS-Model)


Wolfgang Pittermann 1, Olaf Lammerschop 1, Marcel Roth 1, Michael Schmitt 1 and
Manfred Kietzmann2
1 Henkel KGaA, 40191 Duesseldorf,
2 Institute for Pharmacology, Toxicology and Pharmacy, Veterinary School Hannover

 Introduction

Oil- and water-based formulations were frequently used for cosmetic and dermatological treatments or as process chemicals. It is well known that the specific behaviour concerning the dermal penetration and irritation potential will be modified during and after the course of application due to supersaturated solutions by evaporization of water and other volatile components (1). It can also be influenced by ingredients of which the distribution coefficient is not known before.

The aim of this in-vitro skin study was to learn the dermal behaviour of newly developed ferrofluides (nanoparticles) dispersed in water- and oil-based formulations under different application conditions.

Material and Methods
Ferrofluids are nanoparticles either magnetic or non-magnetic dis-persed in solvent (Fig. 1, Fig. 2). Two water-based products (product 1, 3) contain magnetite-particles coated by polyacrylic acid and lauric acid (product 3*) respectively. The other two samples (magnetite or zinc-ferrit) are based on the emollient dicaprylyl ether as vehicle and isostearic acid (Cognis Deutschland) as coating material. The product 4 contains zinc-ferrit instead of magnetite.
To achieve long-term stability in water and organic solvents respectively, the particle size has been adjusted to 5 – 20 nm and the particle surface has been modified to adapt the polarity of the particles to the dispersing agent. The core of the nanoparticles consists of non-toxic iron oxide and was synthesised by precipitation of ferric salt precursors. A suspension of these particles is long-term stable especially by applying a magnetic field. The surface modification consists of fatty acids which shows a good adhesion to iron oxide.

The isolated perfused bovine udder skin (BUS) is regarded as a viable in-vitro model (Fig. 3). Using unimpaired natural skin it takes into account active skin barrier properties and cutaneous metabolic processes, so that it be used to study for both, penetration and irritation induced by ingredients or formulations (2, 3, 4, 5).

The open application (2 – 4 g / 100 cm2) was performed in four independent studies (Fig. 4) either by the means of glass spatula (conventional) or a intensive finger massage (1 minute) of the skin. After the exposure periods of 1.0 h and 5.0 h the repeated horny layer stripping method (10 times) was used (Tesa 4204, BDF, Hamburg, 19 mm × 100 mm) for studying the penetration of Fe. For the irritation assays a short term exposure period of 0.5 h was added to the periods of 1.0 h and 5.0 h. Whole skin biopsies were prepared for the MTT-assay (cytotoxicity) and the determination of the PGE2-tissue concentration (irritancy) compared to untreated sites.


Additionally a new technique for a precise histochemical determination of six different layers of the skin was introduced (Fig. 4). In contrast to the standard preparation of the whole skin biopsies this procedure (V-max-technique, HistoServe GmbH, Münster, Germany) allows to assay the activities of certain intracellular enzymes in freely selected regions of epidermal or dermal layers.
On the basis of the permanent viability of the BUS-model the time related activation or recovery of the natural skin can be analysed and compared after topical applications or manipulation e.g. skin massage.
A selected result (Fig. 9; product 1, conventional vs. massage application, exposure period 1.0 h) is presented for LDH (lactate-dehydrogenase, in SG mainly) and SDH (succinate-dehydrogenase, in SB mainly).

 Results and Discussion

Penetration Calculated up-take (%)
Due to the various Fe-content in the products a calculation of the actual up-take (percentage) into the horny layer was made on the assumption that a fixed amount of product (2 g / 100 cm2) was applied.

The percentual up-take was at the maximum approx. 10 % – 12 % (Fig. 5). As expected the 1st strips of all groups exhibited more Fe-content (> 1.0 %) than each of the following nine strips at both exposure periods.
Regarding the influence of the time period of exposure only the oil-based formulations (o) showed a significant decrease of Fe analysed in the horny layer after the prolonged exposure period.
A clear product differentiation between water- and oil-based formulations (w, o) was also calculated under massage conditions for the exposure period of 1.0 h. Higher amounts of Fe compared to conventional application were analysed after the short exposure period for all products except the product 4.
After the long exposure period the Fe-content of the water-based formulations remains about on a similar level. So the massage effect regarding the calculated up-take was not generally relevant even after the prolonged exposure period.

Irritation (cytotoxicity / irritancy)

For the irritation assay a very short exposure period of 0.5 h was included into the study design additionally. The degree of irritation is demonstrated by the score value combined from the relative MTT-result (cytoxicity, irreversible) and the PGE2-concentration (irritancy, reversible) (6, 7). All columns in Fig. 6 consist of both, the singular score for irritancy on the basis and for the cytotoxicity on the top.

Only after the very short exposure period of 0.5 h a difference between the water- or oil-based formulations could be observed. The score value of the oil-based formulations (product 2, 4) was more than twofold compared to the value of the water-based formulations.
At the exposure period of 1.0 h no distinction between the different formulations was observable any more due to the delayed increase of the score value of the water-based products. Each formulation displayed its own specific score profile unrelated to its individual Fe-content and type of formulation.
No product differentiation could be also observed after the prolonged exposure period of 5.0 h. The score values were significantly diminished on the basis of the almost complete reversibility of the preinflammatory mediator prostaglandin E2-concentration.

As expected intensive massage application induces an increased score level compared to the conventional application due the intensified release of PGE2. Under massage conditions the change from the formulation-related profile at the exposure period of 0.5 h to the individual product profile after additional 30 minutes was very similar to the results obtained after the conventional application.

Generally the massage procedure also altered the relationship between cytotoxic and irritant action of all products independently from the type. The mechanical skin treatment by the massage induced an increase of the PGE2-tissue concentration by about 70 %, whereas simultaneously the cytotoxic activity of the formulations was decreased by approx. 50 %.

Although the tape stripping did not result in the complete removal of all of the stratum corneum and contents of the hair follicles the material recovered should be treated as representative fraction of that present in the horny layer due to the extra large size of the strips.
But regarding the size of the nanoparticles (5 – 20 nm) a certain amount of ferrofluids could assumed to be remained within the acro-infundibulum of the hair follicles (Fig. 7).

The results shown in the Figures 5 and 6 are combined in Fig. 8 for direct comparison. Clearly the penetration potential (up-take) into the horny layer is differently profiled than the irritation potential (score).
The results (Fig. 9, relative units) of the V-max-technique showed no altered activity for the enzyme SDH with its main activity in SB. However, the massage treatment induced a slight decrease of activity of LDH in SB, SS and SG, but not in the horny and dermal layers.
Conclusion
  • The Fe-content and the type of formulation did influence the results at the short term exposure period up to 1.0 h. After prolonged exposure periods later on unspecific reactions regarding the skin irritation capability were induced. The dermal behaviour regarding the penetration capability remains unchanged even after 5.0 h exposure.
  • Ferrofluids used as nanoparticles do not interfere with the specific type of formulation. The actual Fe-content and the massage effect do not influence the irritation potential specifically.
  • The results regarding the dermal behavior of the ferrofluids indicates a high skin compatibility even after prolonged exposure periods and intensive massage during application. No abrasive effects on the skin could be detected.
  • Using the V-max-technique alterations of intracellular enzyme activities (SDH, LDH) within six epidermal and dermal layers related to the type of application could be differentiated.SDH remained unchanged even after massage application.
References

1Th. Förster, W. Pittermann, M. Schmitt and M. Kietzmann; Skin penetration properties of cosmetic formulations using a perfused bovine udder model; J. Cosmet. Sci. 50, 147-157 (1999)

2 M. Kietzmann, W. Löscher, D. Arens, P. Maaß and D. Lubach; The Isolated Perfused Bovine Udder as an in Vitro Model of Percutaneous Drug Absorption. Skin Viability and Percutaneous Absorption of Dexamethasone, Benzoyl Peroxide and Etofenamate; J. Pharm.Toxicol. Meth. 30, 75-84 (1993)

3 W. Pittermann, B. Jackwerth and M. Schmitt (1997); The Isolated Perfused Bovine Udder Skin Model: In Vitro Model for the Assessment of Skin Penetration & Irritation; In Vitro Toxicol. 10, 17-21 (1/1997)

4W. Bäumer and M. Kietzmann; The isolated Perfused Bovine Udder as a Model of Dermal Eicosanoid Releaser; ATLA 28,123-134 (2000)

5 Ch. Hammes, M. Schmitt, Th. Förster and W. Pittermann; „Bioaktive Wirkstoffe – Nachweis der Penetration“ in Innovative Analytik in der Kosmetik; 14. DGK-Symposium; Proceedings 91-93 (2001).

6 Nicotera, P.; Alteration of Cell Signalling in Chemical Toxicity; Arch. Toxicol. (suppl. 18) pp 3-11; Springer Verlag, Berlin, Heidelberg (1996)

7 Ponec, M.: In vitro models to predict Skin Irritation in The Irritant Contact Dermatitis Syndrom (edited by P.G.M. van der Valk, H.I.Maibach) pp 335-341; CRC Press, Boca Raton (1995)



Wolfgang.Pittermann@Henkel.com

Hoffmann, C., Winkler, A., Müller Goymann, C.C.

Organotypische Hautäquivalente für Permeationsuntersuchungen von Arzneistoffen aus dermalen Zubereitungen

Institut für Pharmazeutische Technologie, Technische Universität Braunschweig,
Mendelssohnstr. 1, D 38106 Braunschweig


In vitro Untersuchungen über das Penetrations und Permeationsverhalten von Arzneistoffen aus dermalen Zubereitungen können sowohl mit tierischen und menschlichen Hautspenden als auch mit einem organotypischen Hautäquivalent durchgeführt werden. Geschlecht und Alter des Spenders sowie die Körperregion, aus der die Spende entnommen wurde, haben zumeist deutlichen Einfluß auf die Barriereeigenschaft der Haut und somit auf die Aussagekraft der gewonnenen Ergebnisse. Durch standardisierte Kultivierung der Hautäquivalente mit homogenem Zellmaterial können diese Schwierigkeiten bei in vitro Tests vermieden werden.

Nach [1] konnte ein 3 dimensionales organotypisches Hautäquivalent entwickelt bzw. nach [2] modifiziert werden. Es besteht aus humanen dermalen in einem Kollagengel eingebetteten Fibroblasten und HaCaT Zellen als Epidermisäquivalent.

Die Hautäquivalente wurden in Permeationsuntersuchungen mit verschiedenen Arzneistoffen im Vergleich zum humanen Stratum corneum eingesetzt. Mit Hilfe der modifizierten Franz Zelle wurde zeitabhängig die Menge an Arzneistoff mittels HPLC Analytik bestimmt, die aus der Zubereitung die Haut permeiert. Untersuchungen mit Ibuprofensäure aus Ibutop Creme (IC) als Donator und Phosphatpuffer pH 7,4 als Akzeptormedium zeigten einen Unterschied im Permationskoefizienten KP zwischen Hautäqivalent und humanen Stratum corneum um den Faktor 19 [2]. Für weitere Untersuchungen dienten als Donator jeweils 10%ige Zubereitungen von 8 Aminolävulinsäure (ALA) und ihrem Butylester (ABE) in Excipiah‘ Fettcreme und als Akzeptor ein Phosphatpuffer pH 5.0. Der Permeationskoeffizient lag für das Hautäquivalent bei ALA sogar um Faktor 64 bzw. bei ABE um Faktor 142 höher als für das humane Stratum corneum [3].

 KP (Stratum corneum) [ cm/s ] KP (ASC) [ cm/s ]
ALA aus [3] 3,01 10 ‚° +/ 7,44 10 “ 1,91 10 g +/ 1,71 10 9
ABE aus [3] 3,00 10 9 +/ 8,04 10 10 4,26 10 ‚ +/ 4,19 10 8
Ibuprofen aus IC 3,70 10 aus [4] 7,04 10 ‚ +/ 0.20 10 ‚ aus [2]

Die Untersuchungen mit Stratum corneum zeigen, dass bei den oben genannten Arzneistoffen die Permeationskoeffizienten abhängig von ihren physikochemischen Eigenschaften in der Reihenfolge ALA<ABE<Ibuprofen zunehmen. Für die Steigerung der Permeationskoeffizienten des Hautäquivalents gegenüber Stratum corneum ergeben sich aber deutlich unterschiedliche Faktoren. Das Hautäquivalent zeigt für alle untersuchten Arzneistoffe eine deutlich höhere Permeabilität, die für jeden Arzneistoff spezifisch zu sein scheint.

Lit.:
[1] Specht. C., Müller Goymann, C.C., Proc. 2°d World Meeting APGI/APV, Paris 1998, pp 1039 40
[2] Wassermann. K., Müller Goymann, C.C., Abstract, Arch. Pharm. Pharm. Med. Chem. 333 (Suppl. 1) (2000) 34
[3] Winkler. A., Müller Goymann, C.C., Comparative permeation studies for 8 aminolevulinic acid and its n butyl ester through stratum corneum and artificial skin constructs, European Journal of Pharmaceutics and Biopharmaceutics (2002) in press
[4] Specht et al.. Comparative investigaions to evaluate the use of organotypic cultures of transformed and native dermal and epidermal cells for permeation studies, European Journal of Pharmaceutics and Biopharmaceutics, 46 (1998) 273 278

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Eden, G., Tronnier, H., Heinrich, U.

Testing of sunscreens using improved reflectance spectroscopy

U. Institute for Experimental Dermatology, University Witten/Herdecke, 58455 Witten, Germany

Background and Objective:


When comparing in vivo tests of sun protection products an the human skin and in vitro transmission analyses, a fundamental problem consists of the difference between the skin and (smooth or roughened) quartz slides and the question of the skin’s possible influence an the sun protection products. The reflectance spectroscopy has the advantage of being a noninvasive method and thus, of being ethically unquestioned. Measurements can be easily performed and within short time intervals.

Material and Methods:

Using a reflectance spectrometer (Multiscan OS20, MBR Messtechnik) the spectral reflectance of human skin was measured before and alter application of sunscreen products. Seven sunscreens and one sunscreen base without UV filters were applied an the volar side of the forearm in an even surface density of 2 mg/cmZ, since the published SPF is related to this value. The spectral working range was between 260 470 nm. By means of a novel algorithm developed by us, the spectral reflectance of the skin treated with the sunscreen base was subtracted, and the special irradiance of terrestrial sunlight (E) as well as the erythemal effectiveness (CIE) of skin were multiplied to the absorbance differences. Measurements were made in vivo and in vitro before and immediately after application, and alter elapse of additional 30 minutes, 2, 4 and 6 hours after application. Reflectance spectra were used to determine the SPF for every tested sunscreen product reliant an the whole UV range.

Results:

1. There is a close correlation between biological and reflectionphotometric determination of the SPF.
2. An essential biological influence of the sun protection substances during an expected period of exposure does not occur.
3. The method offers a chance for the testing of water resistance of sun protection products.

Conclusion:


The reflectionphotometric evaluation of sun protection products can complement in vitro transmission measurements and shows values comparable to biological SPF determination.
The reflectance spectroscopy has the advantage of being a non invasive method.
Measurements can be easily performed and within short time intervals.
It provides a very good reproducibility, while taking the physiologically important parameters into account.

References:

1. Diffey, B.L., Robson, J.: A new substrate to measure sunscreen protection factors throughout the ultraviolet spectrum; J Soc Cosmet Chem, 1989; 40:127 133
2. Tronnier, H.: Practice of the in vitro estimation of suncare products; Kosm Med 18; Doppelheft 5/6, Dez 97/Jan 98: 344 350
3. Kockott, D.: In vitro Bewertung von Sonnenschutzmitteln; Kosm Med, 1998; 19/5:290 293
4. McKinlay, A.F., Diffey, B.L.: A reference action spectrum for ultraviolet induced erythema in human skin; CIE Journal, 1987; 6:17 22
5. Stokes, R.P., Diffey, B.L.: The water resistance of sunscreen and day care products; Br J Dermatol, 1999; 140:259 263
6. Sayre, R.M., Agin, P.P., LeVee, G., Marlowe, E.: A comparison of in vivo and in vitro testing of Sunscreening formulas; Photochem Photobiol, 1979; Vol 29:559 566

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Koppmann S.*, Daniels R.#, Schulz J.*, Gers Barlag H.*

Untersuchung zur Stabilität von Pickering Emulsion, Stabilisiert durch Oberflächenmodifiziertes Titanoxid

* Beiersdorf AG, Hamburg
# Technische Universität Carolo Wilhelmina zu Braunschweig, Institut für Pharmazeutische Technologie, Mendelssohnstrasse 1, D 38106 Braunschweig

Stichworte: Pickeringemulsion, Titandioxid, Oberflächenbehandlung, Lichtschutz, Elektronenmikroskopie

Titandioxid wird heutzutage aufgrund seines breiten UV Absorptionsspektrums und seiner optischen Akzeptanz sehr häufig in kosmetischen Sonnenschutzemulsionen eingesetzt. Zusätzlich zu seiner UV absorptiven Wirksamkeit ist Titandioxid in der Lage, sogenannte „Drei Phasen Emulsionen“ zu stabilisieren. Dadurch können emulgatorfreie, dermatologische Sonnenschutzemulsionen hergestellt werden, die besonders für die Anwendung bei allergiegefährdeter Haut geeignet sind. In neuen Publikationen beschreibt Binks et al. DreiPhasen Emulsionen, die durch verschiedene Feststoffe wie z.B. Silica und Latex Partikel stabilisiert werden [ 1 ] [2].

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Stabilität und Lichtschutzleistung emulgatorfreier Drei Phasen Emulsionen, bestehend aus mit Alumiumoxid und Simethicone beschichtetem Titandioxid, mittelkettigen Triglyceriden sowie Wasser als Hauptkomponenten. Die mittlere Partikelgröße des Titandioxid Pigments liegt bei 10 15nm. Verschiedene analytische Methoden, wie Elektronenmikroskopie und statische Lichtstreuung wurden benutzt um die Emulsionssysteme zu charakterisieren.

Die Ergebnisse zeigen, dass stabile Pickering Emulsionen [3][4] durch Einsatz nanometergroßer Titandioxide erhalten werden können. Besonders stabile Systeme lassen sich durch den Einsatz oberflächenmodifizierter Titandioxide formulieren, wobei sich v.a. eine Beschichtung mit Aluminiumoxid und Simethicone als besonders vorteilhaft erwiesen hat. Es lassen sich unabhängig von der Art der Herstellung in untersuchten Systemen v.a. stabile O/W Emulsionen herstellen.

[ 1 ] BINKS, B.P.; LUMSDON, S.O.: Langmuir 16 (2000), p. 8622 8631
[2] BINKS, B.P.; LUMSDON, S.O.: Langmuir 17 (2001), p. 4540 4547
[3] PICKERING, Spencer U.: J. Chem. Soc. Trans. 91 (1907), p. 2001 2021
[4] MUKERJEE, L.N.; SRIVASTAVA, S. N.: Kolloid Z. 150 (1957), p. 144 148

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Teil 5: Satellitensymposium des IKW: "Kosmetika - wirksam und sicher"

Birgit Huber

Inhalte der Kosmetik Gesetzgebung unter Berücksichtigung der neuesten Änderungen

Industrieverband Körperpflege und Waschmittel e.V. (IKW), Frankfurt am Main

Der Aufbau der Kosmetik Richtlinie

1976 war ein einschneidendes Jahr für die Kosmetikindustrie, da dort die europaweite Gesetzgebung für kosmetische Mittel verankert wurde. Hierbei handelt es sich um eine Richtlinie der EG, die von den Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden muss. In der deutschen Umsetzung der Richtlinie von 1976 im Lebensmittel und Bedarfsgegenständegesetz bzw. der Kosmetik Verordnung wurden drei wichtige Eckpunkte verankert:

Definition kosmetischer Mittel, die heute sechs verschiedene Verwendungszwecke zulässt, nämlich reinigen, parfümieren, Aussehen verändern, Körpergeruch beeinflussen, schützen und in gutem Zustand halten. Dort ist auch festgelegt, dass kosmetische Mittel dazu bestimmt sind, äußerlich angewandt zu werden oder mit den Zähnen und den Schleimhäuten der Mundhöhle in Berührung zu kommen. Einer Liste beispielhafter Produkte ist auch zu entnehmen, dass neben Shampoo, Duschbädern, Dauerwellen, Hautpflegeprodukten auch z.B. Antifaltencremes, Sonnenschutzmittel sowie Zahnpflegeprodukte als kosmetische Mittel einzustufen sind.

„Kosmetische Mittel dürfen bei normaler oder vernünftigerweise vorhersehbarer Verwendung die menschliche Gesundheit nicht schädigen, insbesondere unter Berücksichtigung der Aufmachung des Produkts, seiner Etikettierung, gegebenenfalls der Hinweise für seine Verwendung und der Anweisungen für seine Beseitigung sowie aller sonstigen Angaben oder Informationen.“ Mit dieser Anforderung wird die Verantwortung für das gesamte Produkt dem Hersteller übertragen, und dieser Herausforderung müssen sich die Hersteller der Produkte seit dieser Veröffentlichung tagtäglich stellen.

Der Hersteller muss darüber hinaus Sorge tragen, dass der Verbraucher durch die Aufmachung seiner Produkte nicht getäuscht wird. Hieraus ergibt sich, dass einem kosmetischen Mittel nur solche Wirkversprechen zugeschrieben werden können, die auch belegbar sind.

Stoffregelungen sieht die EG Kosmetik Richtlinie ebenfalls vor. Es gibt Stoffe, die verboten sind zur Verwendung, solche die eingeschränkt sind, und für bestimmte Produktgruppen sind nur die in so genannten Positivlisten (für Konservierungsstoffe, UV Filter, Farbstoffe) zugelassenen Stoffe erlaubt.

Produktangaben

Das Kosmetik Recht enthält noch eine Vielzahl weiterer Anforderungen, wie z.B. die Erstellung von Produktangaben, Notifizierung des Herstellungsortes, Meldung an die Giftinformationszentralen, die Kennzeichnung der Inhaltsstoffe, um nur einige Beispiele herauszugreifen, die dazu beitragen, dass kosmetische Mittel weiter auf hohem Niveau hergestellt werden.

Vor allem die Erstellung der Produktangaben, die für jedes kosmetische Mittel an einem Ort in der EU zur Einsicht für die Überwachungsbehörden bereitgehalten werden müssen, ist mit großem Aufwand verbunden. Folgende Informationen werden unter den Produktangaben zusammengefasst:

die qualitative und quantitative Zusammensetzung des Erzeugnisses

physikalisch chemische und mikrobiologische Spezifikationen der Ausgangsstoffe und des Fertigerzeugnisses sowie die Kriterien für Reinheit und mikrobiologische Kontrollen des kosmetischen Mittels

Herstellungsweise gemäß der „Guten Herstellungspraxis“ die Bewertung der Sicherheit des Fertigerzeugnisses für die menschliche Gesundheit

Name und Anschrift der Person, die für die Sicherheitsbewertung verantwortlich ist r bekannte Daten über unerwünschte Nebenwirkungen sowie

der Nachweis der für das kosmetische Mittel angepriesenen Wirkung

Kennzeichnungsvorschriften

Im Artikel 6 der EG Kosmetikrichtlinie bzw. der Kosmetikverordnung ist eine Vielzahl von Kennzeichnungsvorschriften für kosmetische Mittel festgelegt. Die folgenden Angaben müssen deutlich sichtbar, leicht lesbar und unverwischbar auf der Verpackung des Behälters des kosmetischen Mittels angegeben sein:

Herstellerangabe
Nenninhalt
Mindesthaltbarkeitsdatum sowie
Warnhinweise bzw. Anwendungsgebiet und Bedingungen gemäß den Anhängen die Chargenkodierung und der
Verwendungszweck.

Die Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums kann entfallen, wenn das kosmetische Mittel länger als 30 Monate haltbar ist. Die Angabe des Verwendungszweckes ist eine neue Anforderung, die ein weiterer Schritt zur Information des Verbrauchers darstellt.

Anstehende neue Regelungen

Nach umfangreichen Beratungen durch die Mitgliedsstaaten hat kurz vor Jahresende die belgische Ratspräsidentschaft einen Kompromissvorschlag zur siebten Änderungsrichtlinie verabschiedet.

Dieser sieht ein sofortiges Testverbot am Tier vor, sobald von der Europäischen Union entsprechende Alternativen anerkannt sind, und ein Vermarktungsverbot für am Tier getestete Inhaltsstoffe bzw. deren Produkte, sobald Alternativen von der OECD (Organisation for Economic Co operation and Development) weltweit bestätigt sind.

Das vom Europäischen Parlament ursprünglich vorgesehene Vermarktungsverbot von Produkten bzw. Inhaltsstoffen wurde von den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union abgelehnt.

Der Text, der jetzt in Form eines Gemeinsamen Standpunktes dem Europäischen Parlament zur Beratung vorgelegt wird, enthält weiterhin einen Passus, dass künftig bestimmte Bestandteile von Riechstoffen im Rahmen der INCI Deklaration gekennzeichnet werden sollen. Darüber hinaus soll künftig vorgeschrieben werden, dass ein Mindesthaltbarkeitsdatum auf allen Kosmetika mit Monat und Jahr angegeben werden soll.



Birgit Huber

Fotos: Gesellschaft für Dermopharmazie


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Fotos: Gesellschaft für Dermopharmazie
Fotos: Gesellschaft für Dermopharmazie

Ludger Neumann

Nachweis der Wirksamkeit von kosmetischen Mitteln

L’Oréal GmbH, Düsseldorf

Eine Arbeitsgruppe des europäischen Kosmetikverbandes COLIPA hat im Jahre 2001 Leitlinien für die Bewertung der Wirksamkeit von kosmetischen Mitteln erarbeitet. Die Leitlinien stützen sich auf Bestimmungen im europäischen Kosmetikrecht sowie auf nationale Bestimmungen zum Schutz der Verbraucher und bilden eine Brücke zur Bewertung von Werbeaussagen. Die Leitlinien gelten in der gesamten EU im Sinne des freien Warenverkehrs für die Bewertung von Werbeaussagen durch Kosmetikhersteller, die staatliche Kosmetiküberwachung und die Rechtssprechung.

Werbeaussagen sind öffentliche Informationen zu Inhalt, Art, Eigenschaft oder Wirkung von kosmetischen Mitteln, die in Form von Sprache, Text, Bildern oder Beschreibungen auf den Produkten oder in der Werbung erscheinen. Eine Werbeaussage darf nicht irreführend sein, wobei die Verbrauchererwartungen gemäß dem europäischen Verbraucherleitbild und dem Gesamteindruck des Produkts beurteilt werden müssen. Wirksamkeitsnachweise erfolgen am Produkt oder am Rohstoff. Werbeaussagen müssen durch einwandfreie, relevante und eindeutige Wirksamkeitsnachweise belegt werden.

Drei gleichberechtigte Arten von Wirksamkeitsnachweisen können eingesetzt werden, um eine Werbeaussage zu belegen.

1. Allgemein anerkannte Daten: Dazu gehören selbstverständliche Produktwirkungen aufgrund der Funktion wie die parfümierende Wirkung eines Eau de Toilette, Literaturbelege und Lehrmeinungen wie die Wirkung von Vitamin E gegen freie Radikale.

2. Experimentelle Studien: Lange bekannt und gut dokumentiert sind instrumentelle Methoden ohne und mit Probanden. Ohne Probanden lassen sich die Nasskämmbarkeit an Haarsträhnen oder Penetrationsuntersuchungen an künstlicher Haut durchführen. Mit Probanden werden Corneometermessungen zur Bestimmung der Hautfeuchtigkeit oder Messungen mit FOITS oder PRIMOS zur Hautglättung durchgeführt. Zu experimentellen Studien als Wirksamkeitstests gehören aber auch Anwendungstests mit Beurteilung durch einen Experten, der z.B. die Bewertung von Haarpflegeprodukten im Halbseitentest durchführt, oder durch ein trainiertes Expertenpanel, das z.B. das Einziehen von Emulsionen auf der Haut beurteilt.

3. Bewertung durch den Verbraucher: Zu dieser Art von Wirksamkeitstests gehören Bewertungen durch ein nicht trainiertes kleines Verbraucherpanel, das z.B. die Frisierbarkeit von Haaren bewertet, sowie Verbrauchertests mit großen Gruppen, die z.B. die Anwendungseigenschaften einer Creme bewerten.

Die Studien für alle Wirksamkeitsnachweise müssen relevant, zuverlässig und reproduzierbar sein. Ethische Normen bei Studien an Probanden müssen respektiert werden. Die Verantwortung dafür trägt jeder Hersteller selbst. Die Verwendung einer Kontrolle beim Test (vorher/nachher, behandelt/unbehandelt, gegen Benchmark, gegen internen Standard) kann zur Unterstützung der Werbeaussage dienen. Der Placebobegriff ist dagegen nicht relevant, weil bei einem kosmetischen Mittel alle Inhaltsstoffe einen Beitrag zur Gesamtwirkung haben. Zu den Prüfberichten und zur statistischen Auswertung geben die Leitlinien detaillierte Informationen.

Die Beurteilung, ob ein Wirksamkeitsnachweis angemessen ist, bleibt Verantwortung des Herstellers. Dabei bilden die drei Arten von Werbeaussagen gleichwertig anerkannte Säulen zur Stützung für Wirksamkeitsnachweise. Je nach Werbeaussage können eine, zwei oder alle drei der Säulen den Wirksamkeitsnachweis stützen.


Ludger Neumann

L. Neumann (rechts)

Fotos: Gesellschaft für Dermopharmazie


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Walter Sterzel

Strategien zur Absicherung kosmetischer Mittel

Henkel KGaA, Düsseldorf

Bei der Vielzahl der uns umgebenden Stoffe ist es eine Grundverpflichtung, davon möglicherweise ausgehende Gefahren für den Menschen zu identifizieren und damit einhergehende Risiken zu beschreiben. Dieser Anspruch wird auch durch die einschlägige Kosmetikgesetzgebung in Form der 6. Änderung der EG Kosmetik Richtlinie aufgegriffen. Diese fordert, dass eine Bewertung der Sicherheit des kosmetischen Erzeugnisses für die menschliche Gesundheit unter Berücksichtigung des allgemeinen toxikologischen Profils der Bestandteile, ihres chemischen Aufbaus und des Grades der Exposition vorgenommen werden soll. Basierend darauf wurde eine Strategie zur Sicherheitsbewertung kosmetischer Mittel entwickelt, die sich in vier Teilaspekte auffächert:

o Identifikation schädlicher Eigenschaften
o Dosis Wirkungsanalyse
o Ermittlung der Exposition
o Sicherheitsbewertung

Für die Identifikation schädlicher Eigenschaften der verwendeten Inhaltsstoffe existieren eindeutig festgelegte Methoden, die in Form der OECD Methodensammlung eine internationale Standardisierung und Akzeptanz gefunden haben. Der Umfang der erforderlichen Daten wird wesentlich durch die vorgesehene Anwendung bestimmt. In den überwiegenden Fällen genügen Basisdaten zur akuten Toxizität, zur Haut und Schleimhautverträglichkeit, zur Sensibilisierung, In vitro Daten zur Mutagenität sowie eine Abschätzung der dermalen Penetration. Weitergehende Untersuchungen zur Langzeittoxizität, Reproduktionstoxizität und zusätzliche Mutagenitätsuntersuchungen sind dann erforderlich, wenn Inhaltsstoffe dermal, inhalativ oder oral aufgenommen werden können.

Wesentlich flexibler und stärker an die Anwendungssituation angelehnt ist die Ermittlung der Exposition. Sie folgt und beschreibt die reale Anwendungssituation und den daraus erwachsenden Kontakt mit dem zu beurteilenden Produkt. Eine wertvolle Richtschnur stellen hier die Guidelines des SCC/NFP dar, die Anhaltspunkte über im Mittel applizierte Gesamtmenge, Frequenz, Art der Anwendung sowie die Dauer des Kontaktes vermitteln.

Mit Hilfe der beschriebenen Toxizitäts und Expositionsdaten kann nunmehr eine Sicherheitsbewertung für den vorgesehenen Einsatzzweck erstellt werden. Hierbei werden die Schwellenkonzentrationen für die Auslösung von Schadwirkungen den Expositionsmengen gegenübergestellt. Für sichere Kosmetikerzeugnisse ist die derart ermittelte tolerable Dosis stets größer als die ermittelte Exposition.

Die Verantwortung des Herstellers für die Sicherheit seiner Produkte endet nicht mit deren Vermarktung. Eine umfassende Sicherheitsstrategie muss vielmehr ein sorgfältiges Monitoring des Geschehens am Markt einschließen.

Unerwünschte Nebenwirkungen kosmetischer Mittel lassen sich häufig auf Fehlanwendungen zurückführen und sind gemessen an der millionenfachen Anwendung der Produkte selten. Dies belegen auch die Statistiken der Hersteller, die gemäß Kosmetikverordnung zur Dokumentation von Unverträglichkeitsreaktionen verpflichtet sind.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die heute verwendete Absicherungsstrategie einen wesentlichen Beitrag zur hohen Akzeptanz und Sicherheit kosmetischer Mittel leistet.



LWalter Sterzel

W. Sterzel (links)

Fotos: Gesellschaft für Dermopharmazie


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Dr. Karsten Albert

Qualität der Ausgangsstoffe

Zentrales Prüflaboratorium des Deutschen Arzneimittel-Codex (DAC), Eschborn

Nach den Grundsätzen der Apothekenbetriebsordnung dürfen zur Herstellung von Arzneimitteln nur Ausgangsstoffe verwendet werden, die hinsichtlich ihrer Qualität strenge Normen erfüllen. Die Forderungen an Identität, Reinheit und Gehalt sind vor allem im Europäischen Arzneibuch (Ph.Eur.), im Deutschen Arzneibuch (DAB) und im Deutschen Arzneimittel-Codex (DAC) enthalten.

In der Apothekenpraxis wird die Qualität der Ausgangsstoffe mit Hilfe einer Vorprüfung beim Hersteller gesichert, deren Ergebnisse in einem Zertifikat nachzuweisen sind. Darüber hinaus muss in der Apotheke vor der Verarbeitung jedes Stoffes mindestens der Identitätsnachweis durchgeführt werden. Im Vortrag wird die Qualität der Grundstoffe aus pharmazeutischer Sicht behandelt, und es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie sie unter Praxisbedingungen sichergestellt werden kann. Außerdem werden aktuelle Probleme beim Bezug von Ausgangsstoffen angesprochen.


Dr. Karsten Albert

Foto: Gesellschaft für Dermopharmazie


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Foto: Gesellschaft für Dermopharmazie