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 Rolf Daniels

Neuartige Gelsysteme

Institut für Pharmazeutische Technologie, Technische Universität Braunschweig

Gele sind physikalisch-chemisch gesehen disperse Systeme, bestehend aus mindestens zwei Komponenten: einer Feststoffkomponente, die ein kohärentes dreidimensionales Gerüst bildet (Matrix, Textur, Netzwerk) und einer Flüssigkeit, die als kohärentes Medium in der Matrix immobilisiert vorliegt.

Ihre dermokosmetische Anwendung verdanken sie speziellen Produktmerkmalen, wie z.B. ihrem rheologischen Verhalten. Ferner werden wässrig-alkoholische Gele wegen ihrer Transparenz und ihre nicht-fettigen Charakter geschätzt. Lipophile Gele setzt man ebenfalls wegen ihres ästhetischen Erscheinungsbildes sowie ihrer konsistenzgebenden Eigenschaft ein.

Lipohile und hydrophile Gele lassen sich prinzipiell in drei Klassen unterteilen:

Kovalent verknüpfte Polymernetzwerke mit komplett ungeordneter Struktur
Über Nebenvalenzen verknüpfte Polymernetzwerke mit überwiegend ungeordneter Struktur und teilweise geordneten Bereichen
Geordnete Gelmesophasen

Dermokosmetische Produkte nutzen nahezu ausschließlich die beiden letztgenannten Formen. Hierunter fallen auch einige aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet der Gele.
Die Gelbildung in verschiedenen Lipiden mit Hilfe von Ethylene/Propylene/Styrene-Copolymer und Butylene/Ethylene/Styrene-Copolymer führt zu transparenten, ästhetisch anspruchsvollen Lipogelen, die je nach verwendeter Lipidphase vielseitige Grundstoffe für kosmetische Formulierungen sind.

Wässrig-alkoholische Polymergele - mit oder ohne dispers eingearbeiteter Lipidphase - auf der Basis von Polyacrylaten und Polyacrylat/Polyalkylacryl-Crosspolymeren gehören seit einigen Jahren zu den Standards bei kosmetischen Formulierungen. Neue Perspektiven eröffnen Hydrodispersionsgele auf Basis von Hypromellose. Dieser Gelbildner erlaubt es aufgrund spezieller Eigenschaften, Hydrodispersionsgele im Submikronbereich herzustellen, denen sowohl Alkohol wie auch Elektrolyte problemlos zugefügt werden können. Darüber hinaus lassen sich solche Produkte im Endbehältnis sterilisieren.

Ein besonders großes Potenzial bieten Tensidgele, z.B. auf der Basis von lamellaren und kubischen Mesophasen. Aufgrund des in den letzten Jahren enorm gewachsenen Verständnisses für das physiko-chemische Verhalten solcher Systeme lassen sich Gele mit vielfältigen Eigenschaften realisieren. Insbesondere deren Wechselwirkung mit der Haut sowie die Möglichkeit zur Beeinflussung der Wirkstoffabgabe bieten ein breite Palette von Anwendungsmöglichkeiten.

Prof. Dr. Rolf Daniels









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