GD - Online W. Wigger-Alberti: Sensorische Irritationen
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Dr. med. Walter Wigger-Alberti

Überprüfung der sensorischen Irritation von Hautpflege- und Hautreinigungsmitteln

proDERM Institut für Angewandte Dermatologische Forschung, Schenefeld

Bedingt durch individuelle konstitutionelle Parameter, ein generelles verändertes Gesundheitsbewusstsein, den Einfluss von Arbeitsplatz- und Umweltbedingungen, aber auch psychosomatische Zusammenhänge hat der Anteil der Bevölkerung, der angibt, eine empfindliche Haut zu haben, stetig zugenommen. Obgleich ein Großteil der kosmetischen Produkte im Gesicht angewandt wird, werden Untersuchungen zur Produktsicherheit mehrheitlich in standardisierten Testverfahren an anderen Körperstellen, so zum Beispiel im Bereich des Rückens oder der Unterarme, durchgeführt. Die häufig von Konsumenten gestellte Selbstdiagnose "empfindliche Haut" bleibt vielfach unberücksichtigt, insbesondere wenn die Einschätzung vor allem aufgrund von subjektiven Missempfindungen geprägt wird. Alleinige Kenntnis der zur Sicherheit der kosmetischen Formulierungen erhobenen In-vitro-Daten oder Ergebnisse aus Pflastertests reichen dagegen nicht aus, um Missempfindungen beim Anwender zu minimieren.

Zwei wichtige Produkteigenschaften in diesem Zusammenhang stellen die Reduktion des so genannten "Stinging-Potentials" und eine gute Augenschleimhautverträglichkeit für Kosmetika, welche direkt oder durch Spreitung augennah angewandter Produkte ins Auge gelangen können, dar.

Der auf Untersuchungen von Frosch und Kligman basierende Stinging-Test wird vor allem für Gesichtspflegeprodukte durchgeführt. Alle Probanden müssen über regelmäßige Screenings mit 5 % Milchsäure als so genannte "Stinger" identifiziert werden. Dabei werden die Testprodukte im Bereich der Nasen-Wangen-Region und des Jochbogens auf die gereinigte Haut aufgetragen, nachdem diese zuvor durch eine Gesichtssauna konditioniert wurde. Die Beurteilung der subjektiven Irritation (Stechen, Brennen, Juckreiz) erfolgt durch die Probanden über einen Zeitraum von 15 Minuten anhand einer vorgegebenen Skala. Aufgrund einer großen Zahl von Untersuchungen konnten verschiedene Einflussfaktoren auf das Testergebnis diskriminiert werden.

Die Untersuchung der Augenschleimhautverträglichkeit wird im Rahmen eines Home-In-Use-Tests oder einer kontrollierten Einbringung verdünnter Produktlösungen in das Auge vorgenommen. Nach einer ophthalmologischen Basisuntersuchung an der Spaltlampe werden mögliche Veränderungen des Tränenflusses oder Reizungen der Konjunktiva unmittelbar nach Einbringung der Testprodukte und engmaschig im Verlauf von insgesamt 60 Minuten beurteilt. Zeitgleich bewerten die Probanden ihre subjektiven Symptome anhand einer vorgegebenen Skala. Hervorzuheben ist, dass die ophthalmologische Untersuchung vor allem der Sicherheit der Probanden dient. Trotz vergleichbar guter objektiver Verträglichkeit zweier Produkte kann die subjektive Beurteilung signifikant unterschiedlich ausfallen und so das spätere Anwendungsverhalten beeinflussen.


Dr. med. Walter Wigger-Alberti


Fotos: GD Gesellschaft für Dermopharmazie

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