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Dr. Birgit Ehlken

Methodik und Anwendungsbeispiele von Cost-of-illness-Studien in der Dermatologie

MERG Medical Economics Research Group, München

Krankheitskostenstudien sind ein erster Schritt in der gesundheitsökonomischen Evaluation zur Beschreibung der Versorgungssituation unter Praxisbedingungen und zur Abschätzung der volkswirtschaftlichen Gesamtbelastung aufgrund einer Erkrankung. Die Studien bieten Entscheidungsträgern Anhaltspunkte darüber, welche Ressourcen eine Erkrankung im Vergleich zu anderen Erkrankungen verbraucht und in welchem Bereich des Gesundheitswesens sie die meisten Kosten verursacht. Krankheitskostenstudien sind eine wichtige Datengrundlage für weitergehende gesundheitsökonomische Evaluationen wie Kosten-Effektivitäts- oder Kosten-Nutzwert-Analysen, die Outcomes und Kosten von Therapien vergleichend bewerten. Da Hauterkrankungen wie zum Beispiel atopische Dermatitis oder Psoriasis eine hohe Prävalenz aufweisen, kommt ihrer sozioökonomischen Bewertung eine große Bedeutung zu.

In Krankheitskosten-Analysen werden direkte medizinische (zum Beispiel Kosten für Medikamente, Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte) und nicht medizinische (zum Beispiel Kosten für Transport oder spezielle Nahrungsmittel) sowie indirekte Kosten (zum Beispiel Produktivitätsausfälle aufgrund von Krankschreibungen oder Frühberentung) berücksichtigt. Die einzelnen Kostenkomponenten werden von der Art der Erkrankung bestimmt. Ihre Betrachtung kann aus unterschiedlichen Perspektiven erfolgen: aus Sicht der Krankenkassen, der Leistungsanbieter wie zum Beispiel niedergelassene Dermatologen oder Krankenhäuser, der Patienten und deren Familien oder aus der Perspektive der Gesellschaft. Die volkswirtschaftlichen Kosten können auf Basis der Prävalenz oder der Inzidenz einer Erkrankung berechnet werden. Es existieren zwei verschiedene Ansätze, Krankheitskosten-Studien durchzuführen: der ‚top down'- und der ‚bottom up'-Ansatz. Während beim ‚top down'-Ansatz hochaggregierte volkswirtschaftliche Daten (zum Beispiel Statistiken über Krankenhausaufenthalte oder Morbiditätsraten) als Ausgangsbasis verwendet werden, geht der ‚bottom up'-Ansatz von den Ressourcenverbräuchen auf der Ebene von einzelnen Patienten (zum Beispiel anhand von Aktendokumentationen) aus.

Am Beispiel von 227 Patienten mit moderater und schwerer Psoriasis, die von 12 niedergelassenen Dermatologen und fünf Spezialambulanzen in Deutschland in eine Untersuchung eingeschlossen wurden, werden Methodik und Ergebnisse einer Krankheitskostenstudie vorgestellt. Für diese retrospektive Querschnittstudie wurde ein ‚bottom up'-Ansatz gewählt. Die Patienten gaben in drei Monaten rund 140 EUR (SD 227) für die Linderung der Erkrankung aus, zum Beispiel für Ernährung und spezielle Kleidung (32 %), spezielle Hautpflege- und OTC-Produkte (29 %), Therapien wie Akupunktur und UV-Bestrahlung (26 %). Aus Perspektive der Krankenkassen betrugen die jährlichen Kosten pro Patient im Mittel 835 EUR (SD 1.642), wobei die medikamentöse Behandlung 60 % und die stationäre Krankenhausbehandlung 22 % der Kosten einnahmen. Die jährlichen indirekten Kosten aufgrund von Produktivitätsausfällen konnten mit 1.435 EUR (SD 5.048) beziffert werden.


Dr. Birgit Ehlken



Foto: GD Gesellschaft für Dermopharmazie

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